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Kur- & Ferienhotel Gertraud
Hans Thomas Vogler

Der Ammergau - Wanderbares Wunderland

Inhalt

Bildunterschrift: Diese märchenhafte Stimmung eines Blicks nach Westen in die Ammergauer Alpen ist so nur selten zu erleben. Sie stammt vom November 2011, als der morgendliche Rauhreif bei Traumwetter die ganze Region verzauberte.

Willkommen im Ammergau, dem "Herrgottswinkel" von Oberbayern und einzigartigen Paradies für alle Liebhaber urtümlicher und doch gut erschlossener Natur, die das Auto gerne mal stehen lassen, um sich auf ausgedehnte Wandertouren zu begeben. Schwierigkeitsgrade für alle Vorlieben und Konditionen stehen hier zur Auswahl.

Ein Netz teils sehr alter, bis ins Mittelalter oder gar in antike Epochen zurückreichender, bis heute aber sorgfältig gewarteter Wanderwege mit einer Gesamtlänge von über 350 km führte hier schon viele zivilisationsgeplagte Menschen über die Höhen des Ammergebirges oder quer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Ammertals zurück zur Natur in all ihrer Vielfalt. Schon so mancher Städter kam hier aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Das ist kein Wunder: wir sind hier im größten Naturschutzgebiet Bayerns und zweitgrößten in Deutschland gleich nach dem Wattenmeer. Hier kann man wirklich wieder "zu sich finden", es sich gut gehen, sich verwöhnen und "die Seele baumeln" lassen.

Willkommen auch in dem Land, welches seit fast 400 Jahren mit den weltberühmten Passionsspielen mittlerweile ein ebenso vielfältiges wie anspruchsvolles kulturelles Umfeld hervorgebracht hat, das seinesgleichen sucht.

Hier hat das größte und wohl auch professionellste sowie erfahrenste Laienspieltheater der Welt Ursprung und Heimat, ebenso ganze Generationen von Malern und Holzbildhauern von weltweit anerkanntem Ruf. Neben der jahrhundertealten Tradition der Ammergauer Holzschnitzkunst zeichnet die hier seit dem 19ten Jahrhundert ansässige (Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schnitzhandwerk [...mehr...]) dafür verantwortlich, die nachgerade den Ruf einer respektablen "Kunstakademie fürs Volk" genießt.

Auch die Musikkultur hebt sich deutlich von der des übrigen Oberbayern ab. Die Ettaler Patres bescherten dem Nachbardorf neben den Passionstexten auch einen reichen Fundus an Liedern, Chor- und Streichmusik aus Barock und Klassik, der von klein auf gepflegt wird. Nicht nur die Bühne, auch der Orchestergraben soll schließlich mit Einheimischen besetzt sein.

Bildunterschrift: In solchen Torfstichen wird in Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien das "Schwarze Gold" des Ammergauer Nordens gewonnen und wieder renaturiert.

Willkommen auch in einer der beliebtesten Wellness- und Kurregionen Deutschlands. Nicht allein die gute Bergluft und die noch weitgehend unberührte Natur sind die Gründe dafür, warum Kenner gerne den Ammergau wählen, um sich von Alltagsstreß zu befreien und sich ebenso gründlich wie nachhaltig zu entschleunigen.

Hier stehen streßgeplagten Stadtmenschen eine Vielzahl von Kurbetrieben mit geschultem Personal bereit, um Körper, Geist und Seele auf Vordermann bringen zu lassen und neue Kräfte zu sammeln - oder auch einfach nur zu genießen. Kuren auf Rezept werden von den Kassen als Gesundheitsvorsorge anerkannt.

Bad Kohlgrub kann als höchstgelegenes Moorheilbad Deutschlands auf eine weit über hundertjährige Heilbadtradition zurückblicken, deren Ursprünge noch sehr viel weiter - in die Zeit der (Bader, auch "Stubner" oder "Badstuber", unterhielten im Mittelalter Badestuben und -häuser, die der Körperpflege, der Gesundheitsvorsorge und der Behandlung von Kranken und Verletzten dienten. Akademischen Ärzten war die Berührung mit Blut und offenen Wunden häufig untersagt, wodurch Badern der Großteil medizinischer Versorgung oblag. Beim fachlich, wenn auch nicht akademisch dafür ausgebildeten Bader, arbeiteten spezialisierte Bedienstete wie Hebammen und Bartscherer (Barbiere), die man oft mit diesem verwechselt. Die heutigen Heil- und Pflegeberufe bis hin zu den ärztlichen (Chirurg, Zahnarzt usw.) gehen auf diese "Volksärzte" und die von ihnen betriebenen Badstuben zurück, deren Bedeutung erst mit staatlich organisierten Krankenhäusern und der Vereinheitlichung medizinischer Ausbildung im 19ten Jahrhundert nachließ. [...mehr...]) und Volksärzte - zurückreichen. Das benachbarte Bad Bayersoien ist zwar erst seit 1996 ganz offiziell Heilbad, schöpft aber aus letztlich denselben Quellen auf eigener Flur und praktiziert den Moorkurbetrieb ebenfalls seit langem.

In den hier angebotenen dickbreiigen, mit einer Vielzahl heilsamer Kräuter durchsetzten Bergkiefer-Moorbädern liegt man nicht einfach nur in mit Moorextrakten angereichertem Wasser - nahezu schwerelos schwebt man in der "Schwarzen Daune". Sie gilt als das weitaus wirksamste Heilmoor.

Bildunterschrift: Die Büste Ludwigs II. von Bayern als jungem Mann empfängt die Besucher des Schlossparks Linderhof.

Willkommen damit nicht zuletzt in der Lieblingsregion und Wahlheimat des Bayernkönigs Ludwig II., den einerseits die einzigartig romantische Landschaft von Jugend an verzauberte und der ihr dafür seinerseits durch den Bau des Schlosses Linderhof und dessen Parkanlage mit ihren außergewöhnlichen Zierbauten ein architektonisches und technikhistorisch bedeutendes Juwel hinterließ.

Mit Leib und Seele Romantiker hatte er gute Gründe, warum er diesen Landstrich allen anderen seines Königreiches als Wohnsitz vorzog. Hier konnte er die turbulente Welt des neunzehnten Jahrhunderts hinter sich lassen und sich (fast) ganz seinem Hang zur Romantik hingeben.

Im Juni der meisten seiner Regierungsjahre pflegte er sich für einen Monat in seinem über 1500 m hoch gelegenen Königshäuschen auf dem Pürschling in Klausur zu begeben, von wo aus er allerdings gewissenhaft seine Regierungsgeschäfte weiterführte.

Skifahren, Rodeln oder Snowboarden kann man hier natürlich auch nach Herzenslust. Auf engstem Raum finden sich auch im Winter vielfältige Sport- und Freizeitangebote von anfänger- und familienfreundlich bis ziemlich abenteuerlich für die Risikofreudigen: die Nordabfahrt vom Laberberg gilt (als "Freeriding" wird das Snowboard Fahren in extremen Hanglagen bezeichnet) als "steilste Rinne Deutschlands" und wird ausdrücklich nur geübten und gut durchtrainierten Fahrern empfohlen. Die aber nehmen die Herausforderung nur zu gerne an.

Bildunterschrift: Die Nordabfahrt des Laberbergs ist die steilste Skipiste der bayerischen Alpen.

Auch das weiträumige Netz von Langlaufloipen gilt als das längste weit und breit - das Graswangtal, wo mit dem König-Ludwig-Lauf alljährlich der größte Volks-Skilanglauf Deutschlands mit hunderten von Teilnehmern stattfindet, zudem als das schneesicherste.

Ursprünglich ausersehen als Langlaufareal für Olympia 2018 wollte man den Rummel hier allerdings nicht und verzichtete dankend.

Bildunterschrift: So schön Bilder auch sein mögen: sie können nicht das kribbelnde Gefühl vermitteln, das einen überkommt, wenn man selbst auf dem Gipfel steht.

Willkommen also im - hier leider nur virtuellen - Ammergau. Via Internet können wir nur multimedial ein Bild vermitteln - mehr leider nicht. Wir sammeln hier Information, Geschichten und Geschichte, stellen Bildserien und Videos zusammen und bieten interaktive Orientierung.

Wer jedoch die Region mit all ihrer Vielfalt, urwüchsigen Kraft und romantischen Schönheit wirklich erleben möchten, muss sich ganz unvirtuell selbst hinbewegen. Jede Jahreszeit hat hier ihre ganz besonderen Reize, und wer die Preziosen der Gegend zu schätzen und zu achten weiß, ist jederzeit herzlich willkommen in diesem Herrgotts- und Königswinkel, um sich von ihm verzaubern zu lassen.

Der große Abwechslungsreichtum und die auffällige Formenvielfalt zeichnen die ganze Region der Ammergauer Alpen in jeder Hinsicht aus. So ist auch die Bergwelt mit ihrer verblüffenden Kulissenhaftigkeit das Erbe gleich dreier erdgeschichtlicher Epochen, die hier bei der Auffaltung der Alpen aufeinander getroffen sind.

Der Hauptkamm mit Labermassiv, Kofel, Pürschling, Teufelsstättkopf usw. formierte sich im Kern aus dem Hauptdolomit des "Trias" genannten Erdzeitalters, wie er sonst nur in den Dolomiten anzutreffen ist.

Bildunterschrift: Rhenodanubischer Flysch - Ablagerungen aus dem Urmeer Thetys - bilden die meist flachen und nur stellenweise steilen Berge des Hörnlemassivs.

Diese älteste Gesteinsart bildet hier in seinem besonderen Umfeld von jüngerem Kreide- und Kalkgestein die für diese Alpenregion typischen bizarren Felskulpturen, die mitunter auch mitten aus den bewaldeten Nordhängen ragen.

Südlich davon beginnen die auch andernorts bekannten hochragenden Kalkalpen. Nördlich vorgelagert dominieren die für rhenodanubischen Flysch typischen flachen und weichen Formen.

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Bildunterschrift: Das Ammertal vom Kofelspitz aus gesehen Richtung Norden

Das Ammertal mit seinen vorgelagerten Bereichen verdankt viele seiner Besonderheiten und einzigartigen Naturschönheiten der sogenannten Würmzeit, als sich hier ein gewaltiger Gletscher erstreckte. Er schliff das heute flache Tal aus und schob den Abraum vor sich her. Der bildet heute die Hügel des nördlichen Bereichs und die meist flachen Seitenhänge des Ammertals.

Bei seiner Schmelze hinterließ er brackige Seen, die allmählich verlandeten und sich zu Moosen (Flachmooren) entwickelten.

Wo diese Seen ohne Zu- und Abfluss kleiner gerieten und tiefer gründeten wie im hügeligen Norden des Ammergau um Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien, bildeten sie seither torfreiche Filze (Hochmoore) aus. Die stellen heute die Grundlage des Heilbäderbetriebs in dieser Teilregion dar.

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Entsprungen aus mehreren Quelltöpfen bei Ettal ist die Ammer anfangs ein eher stilles Flüsschen, das sich talwärts meandert. Kurz vor Altenau erreicht sie schon beträchtlichen Umfang.

Erst dahinter und gemeinsam mit ihrer "wilden Schwester" aber - der Halbammer, die vom westwärts gelegenen Maulkopf herabstürzt, dem Schergen die Westflanke zermahlte und mächtige Felsbrocken mit sich führte - bekam sie einst die Kraft zum Brechen der glacialen Barriere im Norden.

Bildunterschrift: Hinter diesem gewaltigen Durchbruch schneidet sich die Ammer 10 km weit und bis zu 80 m tief durch den Fels.

Dieser (Die eigentümliche und wahrscheinlich sehr alte Wortschöpfung nicht ganz geklärter Herkunft leitet sich vermutlich von "Scheib' um" ab und soll wohl die Bewegungen auch großer Steinbrocken illustrieren, die in mächtigen Wasserwirbeln "umhergeschoben" werden.) genannte Ammerdurchbruch ist dann das Werk der vereinten Kräfte. Hinter der einmal gesprengten gewaltigen Felsbarriere grub sich die Ammer 10 km weit und bis zu 80 m tief durch den felsigen Gletscherabraum.

Heute ist diese Wildflusslandschaft Refugium für etliche Vögel und Fische, die als bedrohte Tierarten gelten. Auch Wildwasserkanuten sind streng an bestimmte Zeiten gebunden und dürfen das Ufer nur an bestimmten Stellen betreten.

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Bildunterschrift: Die Schleierfälle bei Saulgrub bieten sommers wie winters ein einzigartiges Naturschauspiel

Für Wanderer zu Fuss bildet bislang lediglich der Zugang zum bekannten Naturdenkmal der Schleierfälle eine Ausnahme. Es gibt jedoch Bestrebungen, ihn zu sperren und die Schleierfälle zu "verlegen". Zu viele bedenkenlose Mitmenschen kommen nicht, um die urtümliche Schönheit der Fälle zu bestaunen, sondern sehen darin eher eine malerische Kulisse für ihr Sonnenbad mit Picknick auf der Schotterbank gegenüber - inklusive hinterlassenem Müll.

Seit es zudem untersagt ist, Hunde in bayerischen Seen baden zu lassen, scheinen Hundehalter den abgelegenen Zugang zur Ammerschlucht häufig als willkommene Alternative zu betrachten, wo sie ihre Lieblinge ein Bad nehmen lassen können. Die Hunde freut das natürlich - gern gesehen ist es nicht.

Wenn es deswegen bald nicht mehr möglich sein sollte, die Schleierfälle zu besuchen, wäre das schade. Wenn kein Einsehen ist, ist es besser so für das Naturdenkmal.

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Seit langem ist bekannt, dass einst die Römer im Ammergau siedelten oder hier zumindest Streckenposten an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen ihrer (Die Via Claudia Augusta führte von Augsburg über Schongau, Roßhaupten, Füssen und Reutte ins norditalienische Verona. [...mehr...]) und der jüngeren (Ab ca. 200 n.Chr. führte eine alternative Route zur "Via Claudia" über Dießen am Ammersee, Garmisch und Mittenwald nach Norditalien. Seit ihrem Bau kommt dem Brennerpaß seine zentrale Bedeutung im Nord-Süd-Verkehr über die Alpen zu. [...mehr...]) unterhielten. Das heutige Bad Bayersoien entwickelte sich vermutlich aus einem solchen Lager- und Handelsplatz, der die nahe Ammerbrücke unterhalten und sichern sollte. Er stellte Soldaten, Zugvieh und Kärrnerpersonal.

Demzufolge stößt man immer wieder auf Straßen- und Wegenamen, die darauf hinweisen. So liegt etwa Wurmansau an der "alten Römerstraße", die in diesem Abschnitt heute noch offizieller Verkehrsweg ist.

Bildunterschrift: Wegführungen wie diese weisen eher auf rätisches Erbe hin. Dieser "Römerweg" sollte wohl treffender "Räterweg" heißen.

Andere - wie etwa der Römerweg bei Saulgrub - tragen den Namen vermutlich nur, weil man früher einfach alle antiken Wege den Römern zuschrieb. Die davor hier lebenden Kelten hielt man für mehr oder weniger Wilde, die einfach so durch die Wälder streiften.

Man wusste nichts oder nur wenig vom Kulturvolk der (Die Räter gelten als die Urbevölkerung des Alpenlandes. [...mehr...]), das hier schon lange zuvor siedelte und um die vorletzte Jahrtausendwende von den Römern unterworfen worden war.

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Bildunterschrift: Am sogenannten Malenstein bei Oberammergau findet sich eine Vielzahl alter Felsgravuren

Auch einen etruskischen Helm, der bei Saulgrub gefunden wurde, schrieb man zunächst lange Zeit der Präsenz der Römer in der Gegend zu.

In jüngster Zeit entdeckte man jedoch bei Unterammergau eine Vielzahl antiker Felsritzungen. Sie legen die Vermutung nahe, dass das Volk der Räter in der Volksgruppe der Kelten, der es üblicherweise zugerechnet wurde, eine Sonderstellung einnahm.

Die Ritzungen zeigen eine Schrift klar etruskischen Ursprungs mit dennoch ganz eigenen Merkmalen. Es scheint demnach enge Verbindungen zu dem italischen Volk gegeben zu haben, das als Vorläufer der Römer gilt - lange vor der sogenannten "Römerzeit".

Die Räter also dürften die ersten gewesen zu sein, die den teils unwegsamen Ammergau mit einem dichten Wegenetz durchzogen haben, und auch heute noch findet sich auf manchen besonders alten Wanderpfaden die uralte Bauform des Knüppelwegs, wenn etwa eine morastige Stelle es erfordert. Fragt man, wann denn der Pfad angelegt worden sei, erfährt man: "Der war immer schon da."

Eine ganz neue Epoche mit erneut nachhaltigen Auswirkungen auf die heutige Infrastruktur des Ammergau begann mit Gründung des Klosters Ettal durch Kaiser Ludwig dem Bayern im Jahr 1330.

Das Kloster bekam den Ammergau nicht nur als Pfründe zugewiesen, sondern auch den klaren Auftrag zum Aufbau einer einheitlichen Verwaltungsinfrastruktur und zur Bildung der Bevölkerung.

Ins Kloster integriert diente ein Ritterkonvent mit zwölf Rittern - samt Knappen und Dienstpersonal immerhin gut 60 Leute - als Verteidigungs- und Polizeitruppe zur Durchsetzung verordneter Maßnahmen. Aus dem Ritterkonvent entstand zunächst eine Ritterschule sowie später das heutige Gymnasium und Internat.

Die Benediktinermönche ordneten den Ammergau auf für die damalige Zeit sehr eigentümliche Weise: dezentral. Unter der (auch: "Hohe Gerichtsbarkeit"; Mittelalterliche Form des staatlichen Gewaltmonopols; Todesstrafe und Folter bei schweren Delikten durften nur von sogenannten "Blutrichtern" verhängt werden.) Ettals verwaltete sich jede Siedlung selbst. ("Schergen" (im örtlichen Jargon auch "Sterge") in der ursprünglichen Bedeutung als Gerichtsdiener oblag die "niedere Gerichtsbarkeit" in den Ammergauer Dörfern. An Stelle eines Lohnes erhielten sie Land als Lehen, aus dem sie ihren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften mussten. [...mehr...]) in den Hauptorten achteten vor Ort auf die Einhaltung der klösterlichen Vorgaben.

Kloster Ettal war es auch, das den vergleichsweise armen Holz- und Bergbauern des Ammertals unübliche neue Erwerbszweige erschloß und zuwies: Kunst, Kultur und Bildung.

Bild: Bbb (WikiVoyage)

Bildunterschrift: Auf kölzernen Traggestellen (Kraxen) wie auf dieser Holzfigur transportierten fliegende Händler aus Oberammergau Schnitzereien nach ganz Europa.

Für den heute weltweit guten Ruf der Ammergauer Schnitzereien sorgten nicht zuletzt die (Kraxen sind hölzerne Tragegestelle für Materialtransport. Die Ammergauer Kraxen waren eine eigene Entwicklung, zeichneten sich durch besonders hohe Zuladekapazität aus und boten gleichzeitig einen gewissen Witterungsschutz für die ausgedehnten Handelsreisen, die oft den ganzen Sommer über dauerten. [...mehr...]), die die Werke der Schnitzer als "Fliegende Händler" nach ganz Europa trugen - auf Schusters Rappen.

Besonders beliebt waren dabei die Oberammergauer "(Spezielle Oberammergauer Spielart des Hampelmanns. In Bewegung gebracht werden auch paarweise künstlerisch ausgearbeitete Figuren in typischen Szenen. [...mehr...])". Diese auch "Fadengaukler" genannten Hampelmänner waren weit mehr als nur ein Spielzeug für Kinder. Einfach herzustellen ließen sich auch in großer Zahl mit den einfachen Kraxen transportieren.

Erst in späterer Zeit kamen Weihnachtskrippen aus dem Passionsdorf - empfindlich und figurenreich - auch außerhalb des Ammertals in Mode.

Die Unterammergauer betätigten sich ab dem 17ten Jhdt. mit ihrer Wetzsteinproduktion gleichermaßen als Exporteure. Die hochwertigen Wetzsteine aus dem seltenen Ammergauer Kalk fanden bis in die Ukraine reißenden Absatz.

Etliche Kohlgruber machten sich als (Kolporteure waren ursprünglich die fliegenden Buchhändler. Buchvertrieb war nach der Erfindung des gutenberg'schen Buchdrucks fast ausschließlich durch solche Hausierer gewährleistet. [...mehr...]) verdient um die Kultur Deutschlands. Sie holten mit ihren Kraxen - meist in Augsburg - Bücher von den Druckereien und verbreiteten sie in weitem Umkreis.

Nicht zuletzt dank des Herrscherpaares Maximilian II. und Marie Luise von Bayern, später ihres gemeinsamen Sohnes Ludwig II. blieben im Ammergau Infrastrukturen erhalten, die andernorts im Zuge fortschreitender Industrialisierung restlos verlorengingen.

Dazu gehört eben auch das Wegenetz. Maximilian II. - Erbauer von Schloss Hohenschwangau beim nahe gelegenen Füssen, wo Ludwig II. aufwuchs - galt als leidenschaftlicher Pirschgänger, der oft wochenlang in den Bergen - vorzugsweise dem Pürschling - unterwegs war. Um sein Königshäuschen im Graswangtal baute sein Sohn Ludwig II. später das heutige Schloss Linderhof.

Bildunterschrift: Marie Luise von Bayern war dem Wandern und Bergsteigen leidenschaftlich zugetan.

Königin Marie wiederum liebte das Wandern und gilt als eine der ersten Bergsteigerinnen. Die vormalige Preußenprinzessin durchstreifte das Land gerne zu Fuss mit einer ausgewählten Schar von Zofen.

Beide legten bei ihren Streifzügen wenig wert auf ausgebaute Spazierwege, sondern liebten eher die wilde Romantik der Natur, wie sie sie im Ammergau vorfanden. Dem Herrscherpaar musste natürlich dennoch der Weg geebnet werden, und so blieben viele der alten Pfade erhalten. Der bald darauf einsetzende Tourismus blieb ihnen auf den Spuren, womit sich eine weitere, bis heute sinnvolle Verwendung für das weitläufige Wandernetz fand.

Bildunterschrift: Dieser prächtige bayerische Hofzug kam leider nie in den Ammergau. Es war schon zu spät.

Einen weiteren großen Schritt unternahm der Ammergau mit Bau und Inbetriebnahme der ersten elektrischen Eisenbahnstrecke in Bayern zwischen Murnau und Oberammergau kurz vor 1900.

Die Oberammergauer Passionsspiele hatten bereits Weltruf, und das damalige Kohlgrub konnte da schon auf fast 30 Jahre erfolgreichen Heilbadbetrieb mit dem heimischen Moor zurückblicken. Allerdings hatten Besucher und Kurgäste damals noch beschwerliche und lange Kutschfahrten in Kauf zu nehmen.

Das änderte sich nun. Der Ammergau als touristisches Ziel wurde nicht nur "demokratisiert", sondern auch als eine der ersten bayerischen Landregionen elektrifiziert. Das nahe Altenau war das erste Dorf Bayerns mit vollständiger Stromversorgung.

Damit waren die Weichen gestellt zu einem modernen und touristisch geprägten, dabei aber Natur und Tradition bewahrenden Ausflugs-, Kur- und Ferienziel.

Bildunterschrift: Die Grafik veranschaulicht auf Basis der offiziellen Alpenvereinseinteilung (AVA), worum es gehen soll.

Bevor es nun weitergeht, sollten vorweg Begriffe geklärt sein, die aufgrund von Namensgleichheit und regionalen Überschneidungen bei Außenstehenden leicht zu Verwirrungen führen können:

Ammergauer Alpen:

Der geografische Fachbegriff hat weder mit regionalen, noch mit Landkreis- oder Landesgrenzen zu tun. Teile der Ammergauer Alpen liegen im Landkreis Ostallgäu, weitere im Bezirk Reutte (Außerfern) in Österreich.

Ammergau:

Im lokalen Sprachgebrauch steht "Ammergau" als Kurzform für "Oberammergau". Die Talschaft "Ammergau" - also der gleichlautende adminstrative Oberbegriff für die Region im Landkreis Garmisch-Partenkirchen - wird da gemeinhin als "Ammertal" bezeichnet, obwohl das streng genommen nur Oberammergau, Unterammergau sowie unter Abstrichen Altenau und Wurmansau umfasst.

Ammergow(e):

In alten Schriften tauchen bisweilen auch Schreibweisen wie "Ammergowe" oder "Ammergaw(e)" auf. Sie bezeichnen den Herrschafts- bzw. Gerichtsbezirk von Kloster Ettal bis zur (Als Säkularisation wird die Auflösung der Kirchengüter und deren Überführung in die gesamtstaatliche Ordnung in Folge der napoleonischen Reformen bezeichnet. [...mehr...]) zu Anfang des 19ten Jahrhunderts. Der bezog auch den nördlichen Teil des Loisachtals, Murnau und Huglfing ein.

Wir wollen uns hier mit der heute so bezeichneten Region Ammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen befassen, in der auch die touristisch erschlossenen Gebiete beheimatet sind. Ein ebenso großer Teil ist Naturschutzgebiet und umsichtigen Bergwanderern vorbehalten. Dort gibt es atemberaubende Natur zu entdecken und zu erleben, für uns aber wenig zu berichten, was in den einschlägigen Seiten für die Fans von Alpenwanderungen nicht besser untergebracht wäre.

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Als eines der beliebtesten Tourengebiete im Sommer wie im Winter und gerne "Hausberg der Münchner" genannt gilt der Pürschling mit seiner umliegenden Ansammlung von Gipfeln in unmittelbarer Nähe. Der Namenspatron Pürschling selbst ist dabei ein eher unscheinbarer Geselle.

Was den Reiz der Gegend ausmacht ist vor allem seine erdgeschichtliche Sonderrolle, die ihm eine ungeheure Formenvielfalt an Gesteinsformationen beschert hat. Sie wirkt wie eine riesige Märchenfilmkulisse.

Bildunterschrift: Besonders reizvoll ist der Blick auf den markant zerklüfteten Sonnenberggrat.

Die Berggipfel dieser Region - oft nur zwischen den Fichten aufragende, aber mächtige und ebenso schroffe wie bizarre Felsen - liegen etwas ober- oder unterhalb der lokalen Waldgrenze.

So sorgt auch die vielfältige Vegetation dieser Übergangszone für einen ungeahnten Reichtum an wechselnden Eindrücken. Da die Gipfelregion zudem nicht sehr hoch gelegen ist, kommen auch weniger geübte Bergwanderer zum Zuge.

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Bildunterschrift: Selbst der unbezwingbar erscheinende Laberberg ist je nach Wegstrecke auch für Anfänger nicht schwer zu erklimmen. Kondition und Ausdauer braucht es jedoch schon.

Der Anstieg zum Pürschling lässt sich ganz nach Belieben steil oder gemächlich ansteigend gestalten. Die Forststraße von Unterammergau zu den Pürschlinghäusern hinauf ist auch für Wandergruppen ohne bergsteigerische Ambitionen gut geeignet.

Dasselbe gilt auch für den Laberberg, der über Oberammergau aufragt und von unten schier unbezwingbar erscheint: in weitem Bogen führt ein gut ausgebauter Weg über Soila Alm und Ettaler Manndl vorbei hinauf zum Gipfel.

Bildunterschrift: Klettererlebnis auch ohne Ausrüstung.

Ein Seitenabstecher zum steinernen Riesenpärchen ist eines der beliebtesten Klettererlebnisse für Nicht-Kletterer. Der Weg auf die Spitzen ist mit Stahlketten gesichert, verlangt aber doch einiges an Kondition, Trittfestigkeit und vor allem Schwindelfreiheit von den wagemutigen Gelegenheitskletterern.

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Ein Bergerlebnis ganz anderer Art beschert das ins Alpenvorland ragende Hörnle mit seinen vier Gipfeln den Besuchern. Hier thront man hoch über dem Voralpenland bei einem Blick bis nach München.

Für viele aus dem weiten Umfeld ist es "der Berg für zwischendurch", auf dem man sich für ein paar Stunden nach oben absetzen kann - schnell erreichbar und in weniger als zwei Stunden zu erklimmen.

Bildunterschrift: Parkartige Wege und Hörnleschwebebahn machen den Berg zum Gipfelerlebnis auch für die Kleinsten.

Die Gipfelregion gleicht mit gut ausgebauten und selten steilen Wegen eher einem Höhenpark als einer Bergwanderregion. Neben dem für alle (Als "Flysch" wird ein leicht erodierendes Gestein bezeichnet, das aus Ablagerungen des Urmeers Thetys besteht.) typischen eher flachen Gelände zeichnet dafür auch die Geschichte Bad Kohlgrubs als Heilbad verantwortlich.

Spezialisiert unter anderem auf die Behandlung von Rheuma und Gelenkbeschwerden aller Art wollte man seinen Kurgästen hier trotz ihrer Gebrechen ein Gipfelerlebnis an der gesunden Höhenluft ermöglichen.

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Bildunterschrift: Blick auf den "Höhenpark" der Hörnlegruppe mit der Hörnlealm

Dem Wohl ihrer Kurgäste trugen auch die Erbauer der Schwebebahn Rechnung, als sie sich 1948 für eine aufwendige Fahrsesselkonstruktion mit automatisch ausschwingenden Sitzen entschieden.

Um auszusteigen nach der Fahrt, muss man hier nicht abspringen wie bei anderen Sesselliften. Man bleibt einfach stehen. Die Sitze pendeln dann einfach nach beiden Seiten aus. Das macht das Hörnle mit seiner Schwebebahn so beliebt bei Senioren ebenso wie bei Eltern mit kleinen Kindern auf dem Schoß.

Dennoch sind die Hörnlegipfel weit mehr als nur ein Höhenpark für Menschen mit beeinträchtigter Mobilität. Von hier aus führt eine ganze Reihe von weitläufigen Höhenwanderwegen in alle Richtungen.

Über gleich mehrere Routen mit unterschiedlichen konditionellen Ansprüchen kann man sich Ober- oder Unterammergau zum Ziel setzen oder auch das am Murnauer Moos gelegene Grafenaschau.

In dieser Übersicht können leider nur die bekanntesten und beliebtesten Tourengebiete der Ammergauer Alpen zum Zuge kommen. Tiefer in den Bergen beginnen schon die höheren Kalkalpen, die ausgiebige Kondition und Erfahrung vom Bergwanderer erfordern.

Hier beginnt das Reich der eingefleischten Alpinisten, Bergfans und Sucher nach wirklich einsamer Natur, denn auf drahtseilgesicherte und gut ausgetretene Wege kann man sich hier nicht mehr unbedingt verlassen.

Bildunterschrift: Blick von der Laber Bergstation auf das Karwendelgebirge mit der Zugspitze (rechts)

Dennoch: ausgedehnte Wander- und Bergwege führen auf Tal- und Höhenrouten bis nach Füssen zu den Königsschlössern - was Ludwig II. mehrfach genutzt haben soll, um unbemerkt nach Hohenschwangau zu gelangen - und bis ins österreichische Reutte.

Besonders eifrige Tourengeher, die sich nicht scheuen, auch mal ein paar Nächte in den Bergen zu verbringen, erreichen von hier aus via Maximiliansweg - dem Fernwanderweg E4 - in etwa einer Woche den Bodensee.

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Bildunterschrift: Ein Blick vom Hörnle auf Bad Bayersoien ist ein gutes Beispiel für die weit verstreute Siedlungsweise der nördlichen Teilregion.

Bedingt durch die natürlichen und größeren Ballungen entgegenwirkenden Gegebenheiten - weiträumige Feuchtgebiete mit Moosflächen im Süden sowie stark hügeliges Gelände im Norden - herrscht hier die Streusiedlung vor, bestehend aus vielen kleineren und größeren Dörfern, Weilern und Einzelgehöften. Das war Folge des schwierigen Geländes und der kargen landwirtschaftlichen Bedingungen, wie sie jahrhundertelang alle Lebensbereiche der Bevölkerung bestimmten.

Die heutigen sechs Hauptorte - vor allem jene im nördlichen Bereich - sind ein reines Verwaltungskonstrukt, erlassen mit dem zweiten Gemeindeedikt im Jahr 1819 im Zuge der (Als Säkularisation wird die Auflösung der Kirchengüter und deren Überführung in die gesamtstaatliche Ordnung in Folge der napoleonischen Reformen bezeichnet. [...mehr...]). Bad Kohlgrub als zweitgrößte Gemeinde zählt seither sage und schreibe 18 Ortsteile, von denen mittlerweile vier ehemals eigenständige Weiler und Dörfer im heutigen Bad Kohlgrub - der "Köhlergrube" - fast verschmolzen sind. Andere liegen kilometerweit entfernt wie der Weiler "Jägerhaus" mit eigenem Bahnhof.

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Ganz anders präsentiert sich der südliche Teil des Ammertals, der von großen ("Moos" bezeichnet in Bayern nicht nur die Pflanzenart, sondern auch naturbelassene Flachmoore als Landschaftsform.) und feuchten (bairisch "Strahmahd" für "Strohernte"; anderweitig nicht nutzbar wird die Ernte der Feuchtwiesen als Streu zur Viehhaltung oder wegen des hier reichen Kräutergehalts auch zur Herstellung von Gesundheitskissen verwendet.) zwischen bewaldeten Berghängen bestimmt ist. Viel gibt das Land also nicht her, und der Raum für Ansiedlungen und Bewirtschaftung ist knapp bemessen.

So blieb das Dorf Unterammergau immer eher klein, leistet sich gerade mal einen Weiler und mit der Kappel, auf der eine der ältesten Kirchen Bayerns steht, ein weithin sichtbares Einzelgehöft und Wahrzeichen des Ammertals. Erst im 20ten Jhdt. "sprang" der Ort auch über die Ammer.

Bildunterschrift: Als einziger Ort der Region bildete Oberammergau so etwas wie ein Zentrum aus: das Areal zwischen Kirche und Passionsspielhaus.

Einzig Oberammergau als größtes Dorf des Ammertals bildete so etwas wie einen Ortskern heraus - auch das eine Folge landschaftlicher, nicht zuletzt aber auch historischer und politischer Eigentümlichkeiten.

Eingezwängt zwischen Pulvermoos, Laberberg und Ettaler Flur blieb einerseits wenig Spielraum für weiter gestreute Ansiedlungen, andererseits begünstigten die Bedürfnisse des Fernhandels auf der Rottstraße eine andere Struktur. Außerdem durften nur die Oberammergauer auf Grund ihrer besonderen Priviliegien bauen, wie sie wollten.

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Bildunterschrift: Eine Gemeide - drei Dörfer: Saulgrub (Mitte oben), Altenau (links) und Wurmansau (rechts) liegen weitgehend "allein auf weiter Flur".

Eine ganz eigene Siedlungsstruktur hat sich auf Saulgruber Flur erhalten. Hier sind drei kleine, aber weitgehend autarke Dörfer mit jeweils eigener Geschichte unterm gemeinsamen Dach der Verwaltungsgemeinschaft Saulgrub vereinigt: Saulgrub selbst, Altenau und Wurmansau.

Darüber hinaus ist das Gebiet weitgehend unbesiedelt. Ausnahmen bilden lediglich zwei Ausflugsgaststätten, das Kraftwerk Kammerl und die abgelegene Mayersäge sowie eine bekannte Ausflugsgaststätte bei Unternogg.

Wieder ganz anders präsentiert sich die Ettaler Flur, die immerhin das gesamte Graswangtal umfasst. Das mächtige Ettal ist immer Klostergut geblieben, duldete neben sich nur Häuser profaner Bediensteter und hat sich nie wirklich zum Dorf entwickeln können.

Ausnahmen bilden neben Einöden nur das Dörfchen Graswang - eine der vermutlich ältesten Siedlungen der Region überhaupt - und der Schlossbau von Linderhof durch König Ludwig II. inmitten des seitab gelegenen Tals.

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Bad Bayersoien ist die nördlichste Gemeinde der Region Ammergau, und sie hütet einen wertvollen Schatz: den Soier See. Der ist - gemeinsam mit einem mittlerweile trockengelegten "kleinen Bruder" etwas oberhalb - Namensgeber für den heutigen Kurort mit Heilbad, der seit 1996 das "Bad" offiziell im Namen als Titel führen darf. Davor galt Bayersoien nur als Luftkurort.

Wie in Bad Kohlgrub ganz in der Nähe sind dickbreiige (Moorbäder werden meist als wässrige Torflösung verabreicht. Die dickbreiige Variante, wie sie im Ammergau praktiziert wird, gleicht mehr einem Brei. Sie ist stark angereichert mit den Wirkstoffen und wirkt zudem entlastend auf Wirbelsäule und Gelenke, da der Körper darin regelrecht schwebt. [...mehr...]) aus eiszeitlichem Bergkiefermoor mit breit gefächertem Angebot von Kuranwendungen, Seminaren und Kursen Spezialität des örtlichen Kurbetriebs, der meist auch ambulant in Anspruch genommen werden kann. Bei Tagesbesuchern ist es vor allem der kleine Moorsee, der von Frühling bis Herbst die Besucher anzieht. Man kann sich hier sonnen, baden, angeln oder einfach an der bequemen Uferpromenade rund um den See spazieren.

Besiedelt waren Gegend und Ort bereits in vorrömischer Zeit - also bevor die Römer Anno 15 vChr. die ansässigen (Die Vindeliker waren eine keltische Stammesgruppe, die als nördliche Nachbarn der Räter das Alpenvorland zwischen Bodensee und Inn besiedelten. [...mehr...]) unterwarfen und sie dem römischen Vielvölker-Imperium einverleibten. Bezeichnenderweise lautete der ursprünglichen Name des Ortes in kelto-lateinischem Kauderwelsch "Ad Seun" - "bei den Seen".

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Bildunterschrift: Erst seit 1929 lässt sich die Ammerschlucht dank der gewagten Stahlbetonkontruktion leicht überqueren. Bis dahin brauchten auch Automobile Ochsen und Pferde als "Hilfsmotoren".

Bad Bayersoien gehört zu den ältesten Siedlungen des Ammergau. Besiedelt schon zur Zeit der (Die Räter gelten als die Urbevölkerung des Alpenlandes. [...mehr...]) und (Als Kelten bezeichnet man heute eine Volksgruppe ohne einheitlich ethnischem, jedoch mit erkennbarem sprachlichem, sozialem und kulturell-religiösem Zusammenhang, die bereits vor der Römerzeit unter anderem das Gebiet nördlich der Alpen bis mindestens zu Donau und Rhein bewohnten. Ableger gab es mit den Kelt-Iberern auch in Spanien und den Galatern in der heutigen Türkei. Der gesamte Kulturraum reichte von Schottland im Norden bis ans Schwarze Meer und darüber hinaus. [...mehr...]) lag sie in der Nähe der Ammerfurt, über die sich heute die (Mit 183 m Länge und 130 m Bogenspannweite war die Ammerbrücke zur Fertigstellung im Jahr 1929 die größte Melan-Bogenbrücke der Welt und eine der ersten in Stahlbetonbauweise. Die Fahrbahn liegt fast 80 m über dem Talgrund. [...mehr...]) spannt.

In römischer Zeit - also zwischen 15 vChr. und etwa 400 nChr. - wurde hier eine kleine Garnison zum Schutz und zur Verwaltung des Ammerübergangs eingerichtet. Eine erste verkehrstaugliche Brücke entstand, zu der es aber noch bis ins 20te Jhdt. hinein die hier fast 80 m tief fast senkrecht abfallende Ammerschlucht in Serpentinen mit bis zu 20% Steigung bzw. Gefälle zu bezwingen galt.

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Bildunterschrift: Grabplatte Kaiser Ludwigs IV. aus dem Hause Wittelsbach, genannt "der Bayer".

Um den Ammergau und seine Infrastruktur sowie dessen geschichtliche Bedeutung machte sich dann im 14ten Jhdt. Kaiser Ludwig IV. "der Bayer", besonders verdient. Er gründete nicht nur 1330 Kloster Ettal, das die Region bis in jüngste Zeit prägen sollte, sondern organisierte auch die Rottstellen Bayersoien und Rottenbuch, dessen Kloster damals bereits über 300 Jahre bestand.

Eingehende Waren und Güter wurden hier zu beiden Seiten der Ammer zwischengelagert in sogenannten (Zu den wichtigsten Fernhandelswaren im Spätmittelalter gehörten Stoffe, die wie im Großhandel noch heute als Ballen gerechnet werden. Damals wurde jedoch jedes als Gebinde abgepackte Stückgut als Ballen bezeichnet, was den besonders geschützten und befestigten Lagerhäusern an den Rottstraßen den Namen gab. Zeitweise beherbergten sie große Vermögen, was natürlich Begehrlichkeiten weckte und bewaffneten Schutz erforderte.), bis genügend Fuhrleute und Güter zusammengekommen waren, um einen Rottenzug zu organisieren. Dann wurden die Güter unter Aufbietung aller Kräfte einschließlich der Bauern, Pferde und Ochsen des Umlands im Pendelverkehr über die Ammerschlucht verbracht - bei 80 m Steilufer über steile Serpentinen bergab und wieder bergauf ein ebenso schwieriges wie mühsames und gefährliches Unterfangen mit nicht selten tödlichem Ausgang für manchen der Beteiligten.

Für Bayersoien begann damit jedoch eine Blütezeit als Handelsumschlagplatz. Endziel der kaiserlichen Rottstraße war das als Handelszentrum immer bedeutsamer werdende Augsburg mit Schongau am Lech als nördlich nächstgelegener Rottstelle dorthin. Die Rottstellen waren auch für bloße Lieferanten beliebter Anlaufpunkt, um Güter und Lebensmittel lukrativ an den Mann zu bringen. Im Gegenzug ließen sich hier gefragte Importwaren von weit her erwerben.

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Wenn man die Architektur der Häuserreihen an der Haupt- und ehemaligen Handelsstraße sieht, bekommt man noch einen Eindruck von der Bedeutung des kleinen Ortes als einem für die Region nicht eben unbedeutenden Warenumschlagsplatz.

Für die Händler und Fuhrleute, die nicht selten geraume Zeit vor Ort bleiben mussten bis zum nächsten Rottenzug über die Ammer, entstanden große Gasthöfe mit Stallungen für den Roßtausch. Erschöpfte Pferde wurden ausgewechselt gegen andere, die hier bereits einige Zeit gepflegt worden waren und sich auf den satten Weiden ringsum hatten erholen können.

Bildunterschrift: Nahe des eher bürgerlich anmutenden Zentrums schon spiegeln die Bauten an der Rottstrasse wieder ganz die angestammte bäuerliche Kultur.

So ließ sich ein anstrengender Rottzug über die Ammer stets mit frisch "instandgesetzten" Rössern durchführen, was für größtmögliche Sicherheit sowie schnellen und reibungslosen Ablauf sorgte.

Oft wurden diese Rösser auf Grund der extremen Belastung bereits in Rottenbuch gegenüber erneut getauscht, wo seit 1558 jeden Herbst ein Kaltblut-Fohlenmarkt stattfindet. Seit 1935 gilt er als der bedeutendste Deutschlands und wahres Volksfest.

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Bildunterschrift: Eine sehenswerte Ausstellung phantasievoll gestalteter Sonnenuhren aus dem Werk verschiedener Künstler ziert einen kleinen Park im Kurbereich von Bad Bayersoien.

Handelsstationen waren nicht nur Umschlagplätze für Gebrauchsgüter, sondern auch für Nachrichten, Kunst und Gewerbe. Wie überall an solchen "Hot Spots" entwickelte sich hier ein Neuem gegenüber deutlich aufgeschlosseneres Klima als im bäuerlichen Umland.

Traditionelle Schnitzkunst, wird hier ebenso gepflegt wie in Oberammergau. Auf Spaziergängen durch den Ort und am See entdeckt man immer wieder grob gehauene, phantasievolle Holzskulpturen.

Im Zusammenspiel mit Werken moderner Künstler, die auch in Dauerausstellungen unter freiem Himmel zu sehen sind, vereinen sich Tradition und Moderne und machen den Kurort zu einem vielgestaltigen Skulpturenpark, in dem es allerlei zu entdecken gibt.

Die "künstlerische Ader" und Aufgeschlossenheit auch gegenüber moderner Kunst mag ebenfalls von der Offenheit der früheren Handelskultur zeugen und gilt nicht nur für Bildhauerei und Lüftlmalerei, die sich wie im ganzen Ammergau natürlich auch hier findet. Die Bayersoier Blaskapelle mit ähnlich bunt gemischtem Programm ist weltweit gefragter Gast auf einschlägigen Festivals.

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Alle zwei Jahre sorgt die weit gereiste und damit welterfahrene (Bairische Bezeichnung für eine Blaskapelle, auch wenn nicht nur Instrumente aus Messingblech eingesetzt werden.) des Ortes für einen der festlichen Höhepunkte in der Region Ammergau.

Nachmittags begleitet von den traditionellen Klängen bairischer Biergartenmusik in kleiner Besetzung, später einer Serenade mit auch klassischen und modernen Klängen wird zunächst zünftig gefeiert bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Bildunterschrift: 2011 stand das musikalisch wie optisch beeindruckende Bayersoier Seefest unter dem Motto "Fluch der Karibik". Besondere Einlage war eine feurige Seeschlacht zweier Lichtschiffe auf dem stillen See.

Dann geht es erst richtig los mit einer Licht- und Feuershow, die den Ort am Seeufer gegenüber in ein unwirkliches Farbenmeer taucht. Treffend lautet denn auch der Titel des Spektakels mit Musik und Feuerwerk Bad Bayersoien in Flammen und erfreut sich weit über die Grenzen der Region hinaus großer Beliebtheit.

2004 erstmals ins Leben gerufen vom Baiersoier Kapellmeister Sepp Felix hat es seinen Ruhm stetig mehren können und rüstet auch technisch beachtlich nach: seit 2013 ergänzt eine beeindruckende Lasershow das traditionelle Feuerwerk.

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Bildunterschrift: Gleich über drei "Stockwerke" zieht sich der Kernbereich von Bad Kohlgrub. Schon die "mittlere Etage" im Ortsteil Gagers mit Blick nach Osten weit übers Alpenvorland vermittelt ein Gefühl, wie sehr man hier über den Dingen steht.

Bad Kohlgrub bildet nach Nordosten seit jeher einen Grenzwall zum hoch gelegenen Ammertal. Mit seinen 18 teils weit verstreuten Ortsteilen erstreckt sich die Gemeinde über 5 Kilometer und mehrere "Etagen" mit gut 150 Metern Höhenunterschied.

Bekannt ist der heutige Kurort vor allem für seine Moorkuren und seine "Champagnerluft" in den oberen Lagen. Name und Ortsgründung reichen zurück in die Zeit der mittelalterlichen Rodungswelle zwischen 11tem und 13tem Jahrhundert, als Holzkohle Energieträger Nummer 1 und zur Werkzeug- sowie Rüstungsproduktion hochbegehrt war. Als Gründung der (Im Hochmittelalter bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht. [...mehr...]) 1280 erstmals urkundlich erwähnt und später von den Ettaler Grundherren zum Verwaltungssitz erhoben lag hier cholgrueb, die "Köhlersenke".

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Die Blütezeit Kohlgrubs begann gegen Ende des 19ten Jahrhunderts, als in den Gebäuden einer ehemaligen Präzisions-Glasschleiferei im damals noch eigenständigen Dorf Gagers hoch über dem heutigen Ortszentrum ein Heilbad eingerichtet wurde. Zunächst hatte man dabei noch gar nicht die Heilkraft der umliegenden Torfstiche im Blick. Stattdessen setzte man ganz auf die eisen- und manganhaltigen (Als "Stahlquellen" wurden im 19ten Jahrhundert alle Quellen bezeichnet, deren Wasser Spuren von Metallen aufwiesen und daher als heilkräftig angesehen wurden.) vor Ort, ergänzt durch Kräuterkuren und andere, von der ansässigen Volksmedizin inspirierte Kuranwendungen.

Bildunterschrift: Plakat für die ersten deutschen Skimeisterschaften in den Alpen.

Zu kurzem Ruhm als "Bayerisches St. Moritz" kam Kohlgrub, als dort erstmalig in den Alpen die deutschen Skimeisterschaften stattfanden. Davor war immer der Schwarzwald Austragungsort gewesen, und in einer Zeit ohne Skilifte bot sich das eher sanfte Kohlgruber Hörnle als idealer Berg für den heute gemeinhin als "alpin" bezeichneten Wintersport an. Eingerichtet wurden auch mehrere Sprungschanzen, und das Ammertal eignet sich ohnehin prächtig für alle Langlaufdisziplinen. Bis heute ist das Hörnle bis hinein nach München und Augsburg beliebtestes Ziel für spontane Skiausflüge.

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Bis etwa 1930, als der Kur- und Heilbadbetrieb allmächlich richtig Fahrt aufnahm, gehörte Kohlgrub zu den eher kleinen Dörfern im Ammergau, obwohl es seit dem Mittelalter Sitz einer eigenen Hofmark und damit von deren Gerichtsbarkeit und Verwaltung war, die alle heutigen Ortsteile und damals noch eigenständigen Dörfer und Weiler umfasste.

Abgesehen von den Spuren, die der unermüdliche Oberammergauer (Alpenländische Form der Freskenmalerei; oft werden Fenster und Türen mit gemaltem Stuck verziert) Franz Seraph Zwink auch hier hinterlassen hat, finden sich im bäuerlich geprägten Bad Kohlgrub nur wenige Baudenkmäler, dafür aber umso mehr prächtige historische Einödhöfe.

Bildunterschrift: Das älteste Gebäude Bad Kohlgrubs liegt mitten im Zentrum, dort aber eher unauffällig und kaum zu finden. Das "Baderhaus" - Sitz der Kohlgruber Bader - stammt noch aus dem 16ten Jahrhundert.

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Bildunterschrift: Von Bad Kohlgrub aus lässt sich weit wandern oder radeln, ohne in nennenswertem Umfang befahrene Straßen zu kreuzen.

Der jahrzehntelange Kurbetrieb und die Erfahrung mit den Erholungsbedürfnissen der Kurgäste führte dazu, dass Bad Kohlgrub das mit weitem Abstand größte Netz an Rad- und Wanderwegen im Ammertal bietet. Von dessen beachtlichen insgesamt 350 Kilometer entfallen fast hundert allein auf die Kohlgruber Flur. Die Vielzahl von erschlossenen Wegen entlang mancher Bachläufe am Hörnle macht "Schluchteln" hier zum beliebten Volkssport.

Die oft steilen, aber sehr gut ausgebauten Anstiege durch die bewaldeten Schluchten in feuchtkühler Luft reinigen und befeuchten auf so angenehme Weise Lunge und Bronchien, dass man gar nicht so tief durchatmen kann, wie man möchte. An heißen Sommertagen ist das erholsamer und erfrischender als jedes Bad in einem der umliegenden Seen.

Wem der Sinn nach weiträumigeren Wanderungen steht, kann sich auch auf Schusters Rappen oder per Fahrrad ungestört von jeglichem Autoverkehr bis nach Oberammergau und Murnau oder Uffing am Staffelsee - jeweils etwa 15 Kilometer entfernt - begeben. Die Strecken führen über malerische Höhenzüge, das Naturschutzgebiet Murnauer Moos oder das ebenfalls weitgehend unberührte Waldgebiet westlich des Staffelsees. Und keine Bange: die Bahn bringt einen von überall her sicher und bequem zurück.

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Das verkehrs- und wegetechnisch gut erschlossene Hörnle mit seiner einzigartigen Lage am Alpenrand und dem phänomenalen Blick weit über das bayerische Voralpenland macht Bad Kohlgrub auch zum beliebten Ziel mehrerer Jahresevents von überregionalen sportlichen Vereinigungen - vor allem solcher, die sich gerne in die Lüfte erheben. Ballonfahrer und Paraglider starten hier ins neue Jahr bzw. in ihre neue Saison.

Bildunterschrift: Ebenfalls stark witterungsabhängig - aber nicht weniger traditionsreich - ist das Maiflug-Treffen der Paraglider zum 1. Mai. Bei zu starkem Wind geht's zu Fuß zurück ins Tal. Dort warten zum Glück aber Livemusik, Bier und Grillschmankerln.

Sonnige Wintertage über verschneiter Landschaft sind ein Traum für alle Ballonfahrer, die auch noch so klirrende Kälte nicht schrecken kann. Zum einen haben sie ihre Heizung dabei, zum anderen ist es nie "zugig" in ihren Gondeln, weil sie ja mit dem Wind gleiten. Abends folgt "Ballonglühen" im Park.

Paraglider hingegen brauchen gute Thermik, aber möglichst wenig Wind. Reißen mal alle Stricke, bleibt immer noch das zünftige Maifest danach.

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Bildunterschrift: Der Hauptort Saulgrub entstand in vermutlich schon sehr früher Zeit als typisches Straßendorf. Die Baumreihe, die hier oberhalb des Kirchturms zu sehen ist, spendet dem uralten "Römerweg" nach Bad Bayersoien Schatten.

Unter Saulgrub versteht man landläufig nur den Hauptort der gleichnamigen und aus drei eigenständigen, aber eher kleinen Dörfern bestehenden gleichnamigen Gemeinde, die zudem gemeinsam mit dem benachbarten Bad Bayersoien die Verwaltungsgemeinschaft Saulgrub bildet - dreimal also derselbe Name mit jeweils unterschiedlicher Bedeutung.

Hier soll entscheidend sein, was für jeden sichtbar vor den Augen liegt. Neben dem Hauptort Saulgrub seien da die heutigen "Ortsteile" Wurmansau und Altenau zu erwähnen mit jeweils ganz anderen Ursprüngen und eigener Geschichte.

Das eigentliche Saulgrub ist als sulgrai gemeinsam mit dem benachbarten cholgrueb erstmals 1280 urkundlich erwähnt, hat aber außer der bloßen Nachbarschaft nichts mit diesem gemein. Eine "Grube" gab es hier nie, und der ursprüngliche Name deutet eher auf das typische Straßendorf, das der Ort seit jeher war. "Sul(g)rain" lässt sich als "südlicher Abhang" deuten.

Die Ursprünge weisen noch erheblich weiter zurück bis auf die Römerzeit, als es hier von strategisch günstiger Stelle aus wichtige Verbindungswege und eine Kreuzung zu bewachen galt. Noch im 17ten Jahrhundert soll etwas oberhalb eine "Burg" gestanden haben, worunter aber wohl mehr ein dauerhaft besetzter Wehrturm mit Gesinde zu verstehen ist.

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Als Siedlung - wenn auch nur als sehr kleine, aus zwei bis drei Höfen bestehende - ist Altenau ebenfalls urkundlich bezeugt, seit die (Im Hochmittelalter bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht. [...mehr...]) gegen Ende des 12ten Jahrhunderts ihre herzoglichen Besitztümer im Ammergau in einem (Als "Urbar" bezeichnete man im Mittelalter die Verzeichnisse über adeligen Grundbesitz, die eine wichtige Grundlage für das sich herausbildende Lehnswesen darstellten. [...mehr...]) verzeichnen ließen.

Lange Zeit bildete vorwiegend Viehzucht den Broterwerb ansässiger Bauern. Man betrieb sie auf den ausgedehnten Weiden westlich des Orts am Fuße des Schergen. Bodenfeste, ebene Flächen dieser Größe bilden eher die Ausnahme im von Hochmooren und Filzen geprägten Ammertal. Die hier zweimal im Jahr abgehaltenen Viehmärkte waren von einiger Bedeutung für die Landwirtschaft der Region.

Bildunterschrift: Der historische Bahnhof von Altenau.

Das änderte sich rasant ab Mitte des 19ten Jahrhunderts, als Graf Dürckheim-Montmartin, Flügeladjudant und letzter Vertrauter von König Ludwig II. ein großes Gebiet bei der Einöde Unternogg erwarb, um dort ein Sägewerk zu errichten.

Ab 1870 hielt mit einer Dampfsäge die Holzindustrie Einzug, und schließlich sorgte die (Die Zweigstrecke Murnau-Oberammergau war die erste elektrifizierte Eisenbahnstrecke in Bayern. [...mehr...]) für den Transport in großem Maßstab. Das für den Bahnbetrieb gebaute Kraftwerk Kammerl in unmittelbarer Nähe sorgte dafür, dass das kleine Dorf an der Ammer schon um 1900 vollständig elektrifiziert war.

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Wurmansau als kleinstes Dorf im Gemeindeverbund Saulgrub liegt nicht von ungefähr an der Alten Römerstraße zwischen Bad Bayersoien und Oberammergau. Die Geschichte des Ortes nahm ihren Anfang mit der systematischen Bewirtschaftung des Ammertals durch Kloster Ettal im 14ten Jahrhundert.

Die geistlichen Herren richteten hier einen Zehenthof ein als zentrale Sammelstelle für die klösterlichen Ernteanteile des nördlichen Ammertals. Zugleich diente der Hof als (Tafernwirtschaften waren privilegierte, aber auch dem Lehnsherren verpflichtete Gasthöfe mit wichtiger Rolle für die mittelalterliche Gesellschaft und regionale Entwicklung [...mehr...]) mit Beherbergungspflicht, z.B. für durchreisende Handwerksgesellen.

Bildunterschrift: Unverkennbar klösterliches Eigentum: die Giebelmadonna am Ammertaler Hof.

Bevor sich im übrigen Ammergau einzelne Gemeinden und Hofmarken herausbilden konnten bzw. begründet wurden, wurde hier auch zu Gericht gesessen, wurden Streitfälle geschlichtet und Verträge oder auch Ehen geschlossen. In der Zeit des Aufbaus der regionalen Infrastruktur durch das Kloster lag hier, für alle relativ leicht zu erreichen, unangefochten der gemeinsame gesellschaftliche Mittelpunkt der gesamten Talschaft.

Das Kerngebäude des Zehenthofs, um den herum sich nach und nach das heutige Dorf Wurmansau ansiedelte, steht als zentraler und seit nun schon über 600 Jahren bewirtschafteter Gasthof Ammertaler Hof heute noch - instand gehalten, erweitert und heute noch Eigentum von Kloster Ettal.

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Bildunterschrift: Nur selten bekommt der Tiefsee zwischen Saulgrub und Altenau Besuch. Er liegt an keiner Wegstrecke, und man muss sich schon über Knüppelwege und verschlungene Wurzelpfade regelrecht zu ihm vorkämpfen. Reichlich belohnt wird die Mühe durch absolute Stille in völlig unberührter Natur. Hier herrschen unangefochten die Libellen.

Man würde dem Saulgruber Gemeindegebiet nicht gerecht, wollte man die Natur- und Baudenkmäler außerhalb der geschlossenen Ortschaften im weitläufigen, größtenteils unbesiedelten und urwüchsigen Areal unerwähnt lassen.

Scheibum, Schleierfälle und das Kraftwerk Kammerl wurden eingangs im geschichtlichen Abriss schon erwähnt, aber sie sind längst noch nicht alles, was es hier zu erwandern, für sich zu entdecken und zu erleben gibt.

Vor allem das etwas seitab gelegene, verkehrsmäßig aber mit nicht zuletzt eigenem Bahnhof bestens angebundene Altenau ist guter Ausgangspunkt für allerlei Exkursionen und damit beliebtes Ferienziel. Das gilt auch und erst recht für Familien mit Kindern, die hier fast unbehelligt vom sonst allgegenwärtigen Straßenverkehr Natur in ihrer ganzen Bandbreite, Weite und wilden Schönheit erleben können.

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Bildunterschrift: Ihrer Herstellung von Wetzsteinen widmeten die Unterammergauer einen Dorfbrunnen. Über 300 Jahre bescherte sie ihnen einen exklusiven Exportschlager.

Dem Namen Unterammergau zufolge könnte man meinen, das Dorf sei nicht mehr als ein Anhängsel oder nachträgliche Aussiedlung des benachbarten Oberammergau. Aber der Name trügt diesbezüglich. Weder liegt es unterhalb, noch siedelten hier Oberammergauer aus, denen es etwa "oben" zu eng geworden wäre.

Gelegentlich wird der Ort auch als das Pürschlingdorf bezeichnet, und tatsächlich steht seine Geschichte in engem Zusammenhang mit dem heute so beliebten Bergwander- und Skitourengebiet gleichen Namens. Seit jeher hatten die Unterammergauer die Holz- und Weiderechte und bewirtschafteten das fruchtbare und von hier aus leicht zugängliche Almengebiet.

Ab dem 15ten Jahrhundert entwickelte sich die Wetzsteinmacherei als wichtiger Zuverdienst. Nur hier und bei Ohlstadt im benachbarten Loisachtal fand sich der besonders geeignete Ammergauer Kalk und sicherte das Monopol für die hochwertige Ware aus dem Oberland, die in ganz Europa ihre Abnehmer fand.

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Zuletzt klapperten an der Schleifmühllaine bis zu 35 Schleifmühlen - teils als Doppelmühlen konstruiert, die von mehreren Familien betrieben wurden und die grobe Vorarbeit leisteten. Dank dieser intensiv betriebenen präindustriellen Herstellung belief sich der Jahresausstoß auf bis zu 200.000 Wetzlinge und wurde in großen Mengen bis hin zu den ausgedehnten Getreidefeldern an der unteren Donau exportiert.

Der mehrhundertjährige Boom kam gegen Mitte des 20sten Jhdts. fast schlagartig zum Erliegen, was zugleich dreierlei Gründe hatte: erstens brauchten die sich jetzt schnell ausbreitenden Mähdrescher keine Wetzsteine, zweitens brachen nach dem II. Weltkrieg die lukrativen Absatzmärkte im Osten weg, und fast zur selben Zeit überschwemmte synthetisch produzierte Billigware den Markt, mit der unmöglich zu konkurrieren war.

Bildunterschrift: Energetisch sauber und autark: der Ski- & Freizeitpark am Steckenberg

Die meisten Mühlen wurden abgerissen, ihre Ausstattung wanderte teilweise ins Museum. Eine ganz neue Verwendung für die brach liegende Kraft der Schleifmühllaine zeichnet sich jedoch bereits ab: wie schon den lokalen Skizirkus sollen bald moderne Mühlräder ganz Unterammergau und Teile der Region mit sauberer Energie versorgen.

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Bildunterschrift: Wohin man sich auch wendet im Ammergau: im 18ten Jahrhundert hat der berühmteste aller Lüftlmaler, der Oberammergauer Franz Seraph Zwink, auf etlichen der alten Gebäude seine unverwechselbare Handschrift hinterlassen.

Die legendäre Volksfrömmigkeit der Ammertaler gründet nicht allein auf dem jahrhundertelangen Einfluss von Kloster Ettal. Schon über 400 Jahre früher gibt es erste Anzeichen dafür.

Um das Jahr 900 herum soll hier ein Graf Eticho auf einer Anhöhe bei Unterammergau eine kleine Klosteranlage errichtet haben, inspiriert durch ein "wunderbares Ereignis", das aber nirgends näher beschrieben oder gar dokumentiert ist.

Darin soll die Kappelkirche, heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ammertals, ihren Ursprung haben. Historisch bezeugt ist eine Kapelle an diesem Ort seit 1450, und es darf als sicher gelten, dass es sich dabei nicht um eine Gründung der Ettaler Klosterherren handelte.

Zu ihrem offiziellen Namen "Wallfahrtskirche Heilig Blut" kam sie um das Jahr 1100 aufgrund einer Reliquie, die hier aufbewahrt worden sein soll.

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Mit seinem Hausberg, dem Pürschling, bildet Unterammergau eine untrennbare Einheit und ist ohne dessen winters wie sommers rege besuchtem Tourengebiet kaum vorstellbar. Die Boulevardpresse hat ihn deshalb längst zum "Hausberg der Münchner" erklärt. Nähmen die Dörfler das allerdings ernst, dürfte längst kein Münchener mehr einen Fuß darauf setzen.

Tatsächlich kann keine andere Bergregion in erreichbarer Nähe mit derart breitem Angebot für alle Ansprüche in so abwechslungsreicher Landschaft aufwarten. "Königlichen Segen" hat sie dank Ludwig II. auch - aus vielen guten Gründen - weswegen dem Berg der Könige ein eigener Band unserer Reihe gewidmet ist.

Bildunterschrift: Wilde Romantik rauscht in der Schleifmühlklamm

Bildunterschrift: Ein Ort der Rast und der Einkehr: die Josefskapelle

Hier führen alle Wege nicht nach Rom, sondern zu den Pürschlinghäusern als gemeinsamem Ziel, und das sind nicht eben wenig. Allein von Unterammergau aus führen drei Routen - von leicht bis anspruchsvoll - zur ehemals königlichen Sommerresidenz.

Die Tour über den Teufelsstättkopf gehört dabei zum landschaftlich schönsten, was man Bergwanderern bieten kann. Der Blick reicht hier weit übers Allgäu, das bayerische Voralpenland und tief in die Kalkalpen.

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Bildunterschrift: Das Fresko am zentralen Gasthof Post im Zentrum des Passionsdorfes verweist auf die geschichtliche Bedeutung Oberammergaus als Rottstation der mittelalterlichen Handelsstraße zwischen Augsburg und Venedig.

Ein phantasiebegabter Zeitgenosse jüngerer Provenienz hat Oberammergau - wohl mit Blick auf die tatsächlich historisch belegte Präsenz der Römer im nördlichen Ammergau bei Bayersoien - auch "römische" Vergangenheit andichten wollen, dafür einen unweigerlich an den Hausberg Kofel erinnernden Namen ("Cofeliacus") dazu erfunden bzw. zurechtgebogen (s.u.) und die (Die Via Claudia Augusta führte von Augsburg über Schongau, Roßhaupten, Füssen und Reutte ins norditalienische Verona. [...mehr...]) mal eben von Füssen hierher verlegt, um die angebliche Bedeutung zu unterstreichen.

Seitdem wird diese "Geschichte" fleißig kopiert und voneinander abgeschrieben, nur ist sie leider nicht wahr. Eine befestigte spätrömische Siedlung namens Coveliacae ist tatsächlich historisch belegt und archäologisch nachgewiesen, aber die lag im Murnauer Moos und außerdem an der (Ab ca. 200 n.Chr. führte eine alternative Route zur "Via Claudia" über Dießen am Ammersee, Garmisch und Mittenwald nach Norditalien. Seit ihrem Bau kommt dem Brennerpaß seine zentrale Bedeutung im Nord-Süd-Verkehr über die Alpen zu. [...mehr...]).

Die eigentliche Geschichte Oberammergaus ist deswegen nicht weniger interessant, beginnt aber erst im Spätmittelalter als (Die mittelalterlichen Handelsstraßen in Süddeutschland waren als "Rottstraßen" bekannt. Schwierige Passagen wurden mit "Rottstationen" überbrückt. Dort wurden angelieferte Warentransporte zunächst gesammelt und dann unter Aufbietung vor Ort zusammengetrommelter menschlicher Hilfskräfte und Zugtiere, der "Rotte", gemeinsam zur anderen Seite verbracht. Viele "Rottstationen" entwickelten sich zu Handelszentren und Städten.) auf der wichtigen Handelsroute zwischen Augsburg und Venedig. Das erklärt die so gar nicht "dörflich" anmutende Architektur und Ortsanlage, die eher an eine mittelalterliche Kleinstadt erinnert als an die sonst für die Gegend typischen Bauerndörfer.

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Wie alle Bewohner der Region lebten auch die Oberammergauer ursprünglich ausschließlich von der Landwirtschaft, aber das änderte sich ab 1330 mit dem Bau von Kloster Ettal, keine fünf Kilometer entfernt gelegen. Für den verdingten sich nämlich die ansässigen Bauern als Bauleute und handelten im Gegenzug nachhaltige Priviliegien ein.

Zum einen war dies das Erbbaurecht, das den Dörflern freie Hand ließ, ihren Grundbesitz - formal Eigentum des Klosters - nach Gutdünken zu bebauen und zu vererben. Ein ("Stapel-", "Markt-" oder auch "Niederlagsrecht" bezeichnete im Mittelalter das Recht einer Stadt, durchreisende Kaufleute dazu zu verpflichten, ihre Ware für eine begrenzte Zeit im Ort zu lagern und zum Verkauf anzubieten. [...mehr...]) kam hinzu, das durchreisende Händler unter anderem dazu verpflichtete, ihre Güter im Ort zu lagern und feilzubieten, sowie schließlich das Rottfuhrrecht für die ganze Region - also ein Speditionsmonopol.

Bildunterschrift: Viele der Oberammergauer Lüftlmalereien lesen sich wie ein Bilderbogen zur Ortsgeschichte und sind auch so gedacht.

Außerdem durften sich die Oberammergauer weitgehend selbst und ohne "Obrigkeit" mit eigener Gemeindesatzung verwalten. Nur in rechtlichen Angelegenheiten waren sie dem Richter von Ettal unterstellt und genossen dafür den militärischen Schutz der Ettaler Ritterschaft.

So entstand ein für damalige Begriffe geradezu städtisch-liberales Klima. Transportwesen und Handel gewannen zunehmend an Bedeutung, und mit ihnen erblühte auch das Kunsthandwerk.

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Bildunterschrift: Das "Geschichtsbild" auf der Fassade des Traditionshauses "Gg. Lang sel. Erben" zeigt die Holzfigurenproduktion und den Auszug eines schwer beladenen "Kraxntragers", der die Ware auf Schusters Rappen an den Mann bringen soll.

Dieser erste wirtschaftliche Aufschwung hielt etwas über 200 Jahre an. Dann aber sank mit dem Niedergang Venedigs als bedeutendste Handelsmacht des Mittelalters ab Ende des 16ten Jahrhunderts auch die Bedeutung der Rottstraße nach Augsburg und mit ihr die des Ammertals.

Bis dahin hatte man aber den "Duft der großen, weiten Welt" geschnuppert und dachte nicht daran, sich sang- und klanglos wieder in die Bedeutungslosigkeit zu verabschieden. Die Oberammergauer Holzschnitzkunst war begehrt und hatte sich längst einen Namen machen können. Also ging man mit der Zeit und suchte nach anderen Vertriebswegen.

Man fand sie in der Schweiz, wo (Kraxen sind hölzerne Tragegestelle für Materialtransport. Die Ammergauer Kraxen waren eine eigene Entwicklung, zeichneten sich durch besonders hohe Zuladekapazität aus und boten gleichzeitig einen gewissen Witterungsschutz für die ausgedehnten Handelsreisen, die oft den ganzen Sommer über dauerten. [...mehr...]) - in den Bergen naturgemäß Fuhrwerken überlegen - einen Großteil von Handel und Transportwesen flexibel und vor allem (Wegezoll mussten meist nur die Fuhrwerke fahrender Händler entrichten. Kraxenträger waren entweder ganz davon befreit oder kamen wesentlich billiger weg. Nötigenfalls konnten sie die Zollstationen auch leicht umgehen.) auf ihren zwei Beinen erledigten.

Auch sonst passte man sich durchaus den Trends der Zeit an. "Herrgottsschnitzer" war man vor allem, weil das über Jahrhunderte der lukrativste Absatzmarkt war. Oberammergau gilt heute längst als international anerkanntes Zentrum für moderne Holzbildhauerei.

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Natürlich kommt man nicht umhin, die alle zehn Jahre zelebrierten Passionsspiele zumindest zu streifen, wenn man sich Oberammergau zum Thema setzt. Die haben, 1633 begründet und erstmals 1634 aufgeführt, dem Dorf mittlerweile immerhin zu wahrem Weltruhm verholfen.

Den entscheidenden Karriereschub verdankte das feierliche religiöse Spektakel aber König Ludwig II. von Bayern, der es bereits 1860 als 15-jähriger Thronfolger in Begleitung seiner Eltern erleben durfte - und natürlich hellauf begeistert war.

Bildunterschrift: Das neue Passionstheater seit 2010: traditionell wird immer noch im Freien gespielt - wobei Orchester, Schauspieler und Bühnenrequisiten seither allerdings bei Bedarf mit einem ausfahrbaren "Regenschirm" geschützt werden können.

Ein weiterer entscheidender Schub kam mit dem Regisseur Christian Stückl, seines Zeichens auch Intendant des Münchner Volkstheaters. Der Bühnenprofi und gebürtige Oberammergauer übernahm die Verantwortung und künstlerische Leitung für die Spiele mit der Passion 2000.

Er entrümpelte die arg in die Jahre gekommene Inszenierung gründlich, hob sie künstlerisch auf Weltniveau und machte den aufwendigen Bau des Passionstheaters auch fit für Aufführungen und Veranstaltungen zwischen den Passionsjahren.

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Auch anderweitig erwies sich Oberammergau geradezu als kulturelles Kraftwerk für die ganze Region und weit darüber hinaus. Die (Alpenländische Form der Freskenmalerei; oft werden Fenster und Türen mit gemaltem Stuck verziert) wurde hier zwar nicht erfunden, wohl aber hat der Begriff hier im 18ten Jhdt. seinen Ursprung, mit dem man diese bäuerliche Form der Freskenmalerei heute allgemein bezeichnet.

Zurückzuführen ist das auf einen einzigen Mann, Franz Seraph Zwinck, dessen Heimathaus in der Judasgasse "zum Lüftl" hieß. Diese Erklärung jedenfalls gilt als die wahrscheinlichste für die Entstehung des Begriffs. Nicht zuletzt seinem Wirken verdanken Oberammergau und Mittenwald ihr typisches "Gesicht". Beide Ortskerne präsentieren sich als farbenfrohe Freskengalerien.

Bildunterschrift: Vom Kofel aus lässt sich gut erkennen, wie die kleine Parkanlage südlich des Pilatushauses einen herrschaftlichen Schloßpark in französischem Stil imitiert.

Bildunterschrift: Das Pilatushaus - wohl unangefochten das Meisterstück des Lüftlmalers Zwinck - beherbergt heute eine "Lebende Werkstatt" des Oberammergau-Museums.

Zwincks Spezialität, der die Freskotechnik in Italien gelernt hatte, war ein barocker (dt. "täusche das Auge"; Bezeichnung für eine illusionistische Malerei, die dreidimensionale Räumlichkeit vortäuscht [...mehr...]), bei dem es um das Imitieren herrschaftlicher Architektur mit säulen- und stuckverzierten Fassaden ging. Sein berühmtestes Werk, das Pilatushaus, ahmt gar eine französische Gartenanlage nach.

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Das springlebendige und durchaus zeitgemäße, an jeder Ecke spürbare Kunst- und Kulturtreiben ist es, was Oberammergau nicht nur unter den hiesigen Dorfgemeinden so einzigartig macht. Geboten ist natürlich weit mehr.

Auch Oberammergau liegt schließlich mitten drin in der Naturschönheit des Ammertals und hat auch da einiges zu bieten. Der steil aufragende Laber als höchste Erhebung des Hauptkamms mit phänomenalem Rundumblick teilt man sich mit Ettal auf der anderen Seite. Hier gibt es den mit Abstand besten Überblick zu genießen.

Aufs Laberjoch führt die einzige Seilbahn der Ammergauer Alpen, die man ansonsten - das Hörnle bei Bad Kohlgrub mit seiner Schwebebahn ausgenommen - durchweg zu Fuß ersteigen muß, wenn einem der Sinn nach Höhenluft steht. Man ist hier stolz darauf, mit den Ammergauer Alpen das - sofern es jedenfalls Festland betrifft - größte Naturschutzgebiet Deutschlands hüten zu dürfen und will natürlich, dass das so bleibt.

Im "Bärenloch" an der Grenze zwischen Ammer- und Graswangtal hält hoch über der Straße eine Christusfigur ihre segnende Hand darüber.

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Wie alle mittelalterlichen Klöster von Rang und Namen hat natürlich auch Kloster Ettal seine wunderbare Gründungslegende. Selbst den Kirchenmännern aber ist klar, dass handfeste struktur- und wirtschaftspolitische Gründe den Ausschlag gaben. Allerdings war nicht nur die etwas (Ursprünglich meint "Wunder" nur ein außergewöhnliches und staunenswertes Ereignis. "Wundergeschichten" und Legenden versuchten sich religiös motiviert an dessen Erklärung und waren im Mittelalter selbstverständlicher Teil offizieller Geschichtsschreibung, auch wenn den Verfassern bekannt war, dass sie historisch nicht korrekt waren. Sie folgten zumeist bestimmten literarischen Grundmotiven und Mustern. [...mehr...]) Lage hoch in den Bergen "von neuer und unerhörter Art".

Bild: Caspar Merian (ca. 1650)

Bildunterschrift: Anfangs war die Anlage gar noch imposanter. Der Vorhof, damals Ritterkonvent, war gut doppelt so groß wie heute.

Die Lage am Ettaler Sattel teilte die (Die mittelalterlichen Handelsstraßen in Süddeutschland waren als "Rottstraßen" bekannt. Schwierige Passagen wurden mit "Rottstationen" überbrückt. Dort wurden angelieferte Warentransporte zunächst gesammelt und dann unter Aufbietung vor Ort zusammengetrommelter menschlicher Hilfskräfte und Zugtiere, der "Rotte", gemeinsam zur anderen Seite verbracht. Viele "Rottstationen" entwickelten sich zu Handelszentren und Städten.) zwischen Schongau und Mittenwald ziemlich genau in zwei "Tagesreisen" von je 30 bis 40 Kilometern. Das entsprach deren "Taktung" besser als die fast 30 km längere alte Streckenführung und umging zudem die häufigen Überschwemmungen im Loisachtal.

Es gab jedoch ein Problem: "(Der Oberlauf der Amper wird erst seit dem 14ten Jahrhundert einheitlich als "Ammer" geführt. Die merkwürdig anmutende Bezeichnung "Ampherang", die so nur in der Gründungslegende von Kloster Ettal auftaucht, lässt sich leicht deuten. Gemeint ist die Wiesenlandschaft bzw. baumfreie Fläche (Anger) am Fluss Amper. "Ammergau" und "Ampherang" haben inhaltlich folglich dieselbe Bedeutung.)" war nur dünn besiedelt, wild und unwegsam. Weder gab es eine ordnende Macht noch die Infrastruktur, um Kaufleuten sichere Passage zu garantieren, noch geeignete Straßen für die Fuhrwerke im Fernhandel.

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Bildunterschrift: Geschlagene zwei Wochen dauerte es noch 1875, die Kreuzigungsgruppe für Oberammergau über den Ettaler Sattel zu schaffen.

Außerdem galt es, zwei natürliche Barrieren zu überwinden, die das Ammertal so lange erfolgreich abgeschirmt hatten von der Welt und dafür verantwortlich waren, dass hier tatsächlich "tiefste Provinz" herrschte, um die sich nie jemand sonderlich gekümmert hatte.

Im Süden lag die Steigung zwischen Oberau und Ettal mit einem Höhenunterschied von über 200 Metern. Zu Zeiten von Kaiser Ludwig IV. hatte es hier nur einen (Viele Pässe der Alpen waren im Mittelalter und bis in die Neuzeit nur durch die sogenannten "Saumpfade" zu überwinden. Hier musste die Fracht von Fuhrwerken und Gespannen auf Tragtiere umgeladen werden. [...mehr...]) gegeben, für den auf Tragtiere umgeladen werden musste.

Im Norden trennte die tiefe Ammerschlucht die Region vom Rest der Welt. Bei Rottenbuch ließ die sich über eine Furt mit etwas weniger Gefälle überqueren.

Kloster Ettal bekam den gesamten Ammergau nebst Pfründen weit darüber hinaus zugesprochen und hatte im Gegenzug die Pflicht, diese neuralgischen Punkte befahrbar zu machen, sie zu unterhalten und dazwischen für Sicherheit sowie für zum Fernhandel geeignete Straßenverhältnisse zu sorgen.

Zur Durchsetzung ihrer Aufgaben bekamen die Benediktiner eine zwölfköpfige Ritterschaft nebst Frauen und Gesinde beigestellt, womit allein die weltliche Besatzung gut 80 Personen umfasste gegenüber 20 Mönchen, davon 14 mit priesterlichen Weihen.

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Die Klostergründung durch Ludwig IV. war aller christlichen Legendierung zum Trotz ein in mehrfacher Hinsicht kluger politischer Schachzug. Da sollte nicht nur ein frommes Bethaus errichtet werden, sondern ein wirtschaftlich ausgerichtetes Macht- und Bildungszentrum, dem eine wichtige Rolle in seiner Reichsordnung zugedacht war.

Der Benediktinerorden hatte 1330 den Zenit seiner Macht schon überschritten, war also dankbar für die Stiftung des "unerhörten" Klosters - ganz im Sinne kaiserlichen Kalküls: ständig im Streit mit Papst Johannes XXII. konnte ihm die Unterstützung des einflussreichen Ordens nur nützlich sein.

Bild: Kloster Ettal

Auch sonst schien es ziemlich weltlich zugegangen zu sein hinter den frühen "Klostermauern", die eher einem Ritterstift mit klösterlichen Formen glichen. Selbst der Abt war dem Meister der Ritter unterstellt. Die (In größeren Klosteranlagen mit teilweise weltlichen Aufgaben bildete der eigentliche Wohn- und Lebensbereich der Mönche ein "Kloster im Kloster", die Klausur oder Mönchsklausur. [...mehr...]) der Mönche bildet heute noch einen streng abgegrenzten Bereich mit eigener Parkanlage und Innenhof. Der einst wesentlich größere Ritterkonvent ist heute Gymnasium und Internat, sein Innenhof öffentlich zugänglich.

Ein Drittel der Fläche machen heute die Klosterbetriebe aus, von denen einige auch ausgelagert sind. Dazu zählen Brauerei und Destillerie, Herbarium und Gärtnerei neben Läden, Gastronomie- und Hotelbetrieben sowie drei modernen Kraftwerken zur Selbst- und Fernversorgung.

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Bildunterschrift: Blick von Ettal aus ins winterliche Graswangtal. Zentral im Hintergrund ragt die Hochplatte auf, in den Ammergauer Alpen eines der Lieblingsziele eingefleischter Alpinisten.

Dörfliche Strukturen mit unabhängiger Infrastruktur konnte Ettal allein durch die Präsenz des in jeder Hinsicht übermächtigen Klosterbaus nie herausbilden. Wer sich hier ansiedelte, hatte zwangsläufig mehr oder weniger direkt mit Stellung und Betrieb dieses Machtzentrums zu tun. Für freie Siedler boten Lage und Umgegend einfach nicht genug wirtschaftliche Anreize.

Die heutige Gemeinde Ettal mit bis heute weniger als 1000 Einwohnern entstand erst mit der (Als Säkularisation wird die Auflösung der Kirchengüter und deren Überführung in die gesamtstaatliche Ordnung in Folge der napoleonischen Reformen bezeichnet. [...mehr...]). Die meisten leben zudem nicht im Hauptort, sondern verteilen sich auf die Ortsteile Graswang und Linderhof.

Das einzige Dorf im fast unbesiedelten Graswangtal ist das namensgebene Örtchen Graswang selbst. Wegen seiner Lage und topologischer Eigenarten im Umfeld gibt es Vemutungen, dass es die älteste geschlossene Siedlung der Gegend überhaupt sein könnte.

Ihre Ursprünge vermutet man als Station auf der weit verzweigten bronzezeitlichen Bernsteinstraße, was nicht völlig abwegig ist. Über Ammerwald und Plansee lässt sich Reutte in Tirol von hier aus leicht erreichen, dessen Rolle im antiken Alpenhandel unstrittig ist.

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Es gibt wohl kein zweites, dazu derart abseits der Zivilisation gelegenes Alpental, das mit gleich zwei Schwergewichten von annähernd vergleichbarer kulturhistorischer Bedeutung aufwarten könnte wie das Graswangtal.

Über 600 Jahre nach seinem kaiserlichen Vorfahren und Namensvetter machte sich ein zweiter Ludwig aus dem Hause Wittelsbach - diesmal bayerischer König - maßgeblich um die Region des Ammergau verdient. Aufgewachsen im nahen Füssen, von Kindesbeinen an der Natur verbunden und zivilisationsscheu, erkor sie Ludwig II. von Bayern - der "Märchenkönig" - zu seinem Lebensmittelpunkt und liebsten Aufenthaltsort.

Bildunterschrift: Traumkulissen wie die "Hundinghütte" lagen früher in weitem Umkreis verteilt im Ammerwald.

Bildunterschrift: Dank der Beleuchtungstechnik für die Venusgrotte stand im Ammergau das erste Elektrizitätswerk Bayerns.

In keinem seiner Schlösser - elf Kilometer westlich von Kloster Ettal - verweilte er häufiger und länger. Vom Königshäuschen hoch oben auf dem Pürschling aus pflegte er sich jeden Juni um die Staatsgeschäfte zu kümmern.

Der Park von Schloß Linderhof ist frei zugänglich und für sich allein schon einen Tagesausflug wert.

Bild: Dj tiesto (Wikiemdia Commons)

Das nahe Murnau - unverkennbar bis heute der Charakter eines alten Handelszentrums im Oberland - gehörte einst zum Landgericht Ettal und galt daher als Teil des alten Ammergaw.

Ab Ende des 19ten Jahrhunderts entwickelte es sich zunächst zu einem beliebten Ziel von kunstsinnigem Bürgertum und einer ganzen Reihe später namhafter Künstler, was das Bild der Gemeinde bis heute entscheidend prägt.

Dem tragen nicht nur einige Museen Rechnung, sondern auch eine bunte Vielzahl hochrangiger Kulturveranstaltungen.

Bildunterschrift: Streng genommen liegt Murnau nicht "am Staffelsee", wie der heute offizielle Ortsname es sagt. See- und Fischereirechte liegen seit Ettaler Zeiten unverändert und ausschließlich bei der Nachbargemeinde Seehausen, wo es auch stolz "da Sea is insa!" heißt..

Etwa 20 km südöstlich von Oberammergau liegt Garmisch-Partenkirchen, heute vor allem ein Inbegriff für alpinen Wintersport in Deutschland. Die heutige Gemeinde besteht erst seit 1935 als Austragungsort für die Olympischen Winterspiele 1936 und hat seither mit etwa 25.000 Einwohnern längst die Ausmaße einer Kleinstadt übertroffen.

Davor war das antike parthanum an der (Ab ca. 200 n.Chr. führte eine alternative Route zur "Via Claudia" über Dießen am Ammersee, Garmisch und Mittenwald nach Norditalien. Seit ihrem Bau kommt dem Brennerpaß seine zentrale Bedeutung im Nord-Süd-Verkehr über die Alpen zu. [...mehr...]) und blühende mittelalterliche Handelszentrum seit Ende des 30jährigen Krieges völlig verarmt. Die (Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands und wird gemeinhin zu den "Dreitausendern" gezählt, wozu ihr allerdings 38 Meter fehlen. [...mehr...]) - fast immer im selben Atemzug genannt - liegt 10 km weiter westlich zwischen Grainau und dem österreichischen Ehrwald.

Bild: Wolkenkratzer (Wikimedia Commons)

Beileibe nicht nur wegen seiner weltberühmten Königsschlösser ist das rund 45 km entfernte Füssen einen Ausflug wert. Allein schon die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt lässt Freunden historischer Städtearchitektur das Herz höher schlagen. Die Stadt war nicht nur Handelszentrum mit bis in die Antike zurückreichender Geschichte, sondern z.B. auch Hochburg des (Lauten kamen in Mitteleuropa ab etwa dem 12ten Jahrhundert in Mode, nachdem es zur Zeit der Kreuzzüge zu Kontakt mit der arabischen und persischen Musik gekommen war. Eines der Zentren des Lauten- und später auch Geigenbaus war Füssen, bevor Mittenwald der Stadt am Lech diesbezüglich den Rang ablief. Das Füssener Instrumentenbaumuseum verfügt über eine der größten Sammlungen sehr unterschiedlicher Lautenmodelle aus dieser Zeit. [...mehr...]). Hier versorgten sich Minnesänger mit Instrumenten.

Es ist wahrhaft kein Wunder, dass hier gleich zwei bayerische Könige ihre Schlösser in darüber hinaus atemberaubender Natur errichten und dabei ihrer romantischen Ader freien Lauf ließen.

Bild: Abelson (Wikimedia Commons)
Bild: Karl432 (Wikimedia Commons)

Kaiser Ludwig der Bayer hat seine Spuren nicht nur im Ammergau hinterlassen. Das Bild oben zeigt ihn am Schongauer Maxtor, wie er der (Die mittelalterlichen Handelsstraßen in Süddeutschland waren als "Rottstraßen" bekannt. Schwierige Passagen wurden mit "Rottstationen" überbrückt. Dort wurden angelieferte Warentransporte zunächst gesammelt und dann unter Aufbietung vor Ort zusammengetrommelter menschlicher Hilfskräfte und Zugtiere, der "Rotte", gemeinsam zur anderen Seite verbracht. Viele "Rottstationen" entwickelten sich zu Handelszentren und Städten.) an der Lechbiegung - etwa 30 km nördlich von Oberammergau - 1331 die Stadtrechte verleiht.

Die mittelalterliche Altstadt ragt hoch über dem Lech auf, die heute noch von ihrer historischen Stadtmauer umfasst wird. Jeweils Anfang August erinnert der Historische Markt eine Woche lang an die Blütezeit der Stadt, als im zentralen Ballenhaus (rechtes Bild Mitte) die Schätze der venezianischen Kaufleute gelagert wurden. Abgerundet wird die Zeitreise durch historische Theaterfestspiele.

Ebenso wie das nahebei gelegene Füssen kann auch Reutte im benachbarten Tirol auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Seit 2004 trägt man dem Rechnung mit der Zeitreise , einem der mittlerweile größten historischen Spektakel Europas. Ausgehend von der historischen Schlacht um Ehrenberg mitten im 30jährigen Krieg wird jedes Jahr Ende Juli 2000 Jahre Geschichte zum Anfassen geboten.

Bekannter ist Reutte allerdings als Skigebiet mit einer großen Auswahl schneesicherer Pisten. Vom Ammergau aus ist das Hochtal via Ammerwald und Plansee mit eigenem Fahrzeug leicht zu erreichen.

Bild: www.snowplaza.de

Bildunterschrift: "Wandern" ist natürlich ein überaus dehnbarer Begriff, und nicht immer ist damit der gemütliche Spaziergang in freier Natur gemeint. Er gehört aber natürlich dazu.

Seit Urzeiten ist der Mensch ein Wanderer und hat so auch die entlegensten Winkel des Planeten erreicht sowie für sich erobert. Sein Körper ist zum Gehen gebaut und nicht zum Autofahren. Immer mehr Menschen in unserer schnellen, zunehmend aber bewegungsarmen Zivilisation wird das klar.

Sportliches Wandern heute hat nichts mehr mit Volkstümelei und dem überkommenen Image zu tun, wie es das Lied "des Müllers Lust" vermittelt. Übrigens trug der Komponist und Textdichter den Namen Müller, war selbst aber keiner...

Nordic Walking ist Wandern in sportlicher und therapeutischer Variante, die Atmung, Muskeln und Gelenke fit machen und halten soll. Die High Tech Stöcke aus leichtem Aluminium sind nicht nur Gehhilfe zur Gelenkentlastung, sie helfen auch, das naturgemäße Gehen zu üben, bei dem die Bewegung des Oberkörpers eine wichtige Rolle spielt. Sie dienen zudem der Ausgleichsgymnastik.

Um - verordnet oder aus freien Stücken - gezielte Trainingsprogramme zu absolvieren, geben ausgewiesene Nordic Walking Trails Hilfestellung.

Natürlich hat auch der Ammergau seine Skigebiete, vier an der Zahl. Mit Ausnahme der Extrempiste am Laberberg bei Oberammergau (die gilt aber auch gleich als "steilste Rinne Deutschlands") zeichnen sie sich vor allem durch leichte bis mittelschwere Abfahrten aus, was sie zum beliebten Anlaufpunkt macht für Spontanausflügler und Gelegenheits-Skifahrer bis hinein nach München und Augsburg.

Für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen vor allem bietet sich hier jede Menge Winterspaß, denn die weiträumigen Pistenareale bieten schon eine ganze Menge mehr als übliche Rutscherlhügel. Rodeln lässt sich hier natürlich auch ganz prima.

Bildunterschrift: Die Skiregion in Sonnen bei Kohlgrub ist nur einer der auch bei Kindern in nah und fern beliebten Plätze, wo sie sich nach Herzenslust auf weitläufigen Pisten austoben können.

Die ganze Region ist darüber hinaus durchzogen von einem dichten Loipennetz, was das Ammertal zu einem wahren Dorado für Skilangläufer macht. Insbesondere gilt das für das Graswangtal, das als besonders schneesicher gilt. Hier erreicht die Wintersonne nur wenige Stunden den Talgrund, was feste und nachhaltige Spurungen sicherstellt.

Die besondere Eignung der Region zum Skilanglauf machte sie alljährlich auch zum Austragungsort für den größten Volksskilanglauf Deutschlands, den König-Ludwig-Lauf bei Oberammergau.

Bildunterschrift: Der nahe gelegene Staffelsee ist nicht nur wegen seiner romantischen Stimmungen berühmt. Mit drei großen Freibädern in Murnau, Seehausen und Uffing zählt er auch zu den beliebtesten Badeseen Oberbayerns.

In grauer Vorzeit waren große Teile der Region Gletscherseen, wovon aber nicht mehr viel übrig ist. Neben dem lauschigen, abgelegenen Tiefsee zwischen Saulgrub und Altenau - der im übrigen zum Baden nicht unbedingt geeignet ist - ist davon nur der Bayersoier See an der nördlichen Grenze geblieben, der eine Liegewiese mit Freibad zum öffentlichen Verkehr und ohne Eintritt anbietet.

Als Alternative gibt es noch den kleinen Schwaigsee bei Rottenbuch, aber dann muss man schon auf den Staffelsee bei Seehausen und Uffing ausweichen oder auch den Hopfensee in der Nähe von Füssen. Das Badeerlebnis dort ist es allerdings wert.

Einheimische und Kenner der Region schätzen darüber hinaus das Bad in der Ammer - vor allem im Gebiet von Scheibum und Kraftwerk Kammerl - als echte Erfrischung und Alternative zu den doch recht warmen und flachen Moorseen im Umland.

Im Sommer wie im Winter ist der Wellenberg in Oberammergau Treff- und Sammelpunkt der Wasserratten im Ammertal. Das Erlebnisbad verfügt über mehrere Hallen- und Freibassins, darunter auch ein wintertaugliches Heißbecken.

Bildunterschrift: Ein Mountainbiker strampelt auf den Laberberg hinauf. Die biker-tauglichen Strecken sind übersichtlich ausgeschildert.

Ob einfacher Genußradler, "Kilometerfresser" oder MTB-Athlet auf der Jagd nach Höhenmetern - im und rund um den Ammergau kommt letztlich jeder Radlfan auf seine Kosten. Das dichte Netz verkehrsarmer oder gänzlich autofreier Forst- und Wirtschaftswege kommt da zur Geltung.

In Anlehnung an den (Der "König Ludwig Lauf" ist der größte Volksskilanglauf in Deutschland und wird in mehreren Leistungsklassen, Strecken und Disziplinen zwischen Oberammergau, Ettal und Linderhof im Graswangtal veranstaltet. Parallell dazu wird die Weltmeisterschaft im Skilanglauf für Ärzte und Apotheker ausgetragen. [...mehr...]) im Winter gibt es nun auch den König Ludwig Bike Cup als 3-tägigen Volkssportevent. Unter den Disziplinen und Leistungsklassen findet jeder sein Rennen - selbst die Kleinsten, für die ganz Oberammergau einen Tag lang zum Straßenparcours wird.

Bildunterschrift: Wer es Knochen, Muskeln und Gelenken zuliebe gemütlicher angehen lassen will, kann sich hier auch ein E-Bike mieten.

Bildunterschrift: Die steile Abflugstelle am Laberjochhaus ist nichts für Anfänger. Stolpern sollte man hier besser nicht.

Sowohl das Hörnle bei Bad Kohlgrub als auch der Laberberg bei Oberammergau sind bei Gleitschirm- und Drachenfliegern beliebte Anlaufstellen. Schwebe- und Seilbahn bringen die Ikarus-Jünger hier bequem zu den Abflughängen, und wenn die Windverhältnisse oben sich doch noch als allzu ungünstig erweisen, stellt auch der Weg zu Fuß zurück ins Tal kein allzu großes Problem dar.

Der höhere und steilere Laber stellt auch höhere Ansprüche an Können und Ausrüstung, weswegen er das bevorzugte Ziel von Hängegleiter-Piloten ist.

Die waghalsigen Flüge der letzteren zwischen den Gipfelnasen des Hauptkamms lassen sich auch als Bergwanderer gelegentlich aus nächster Nähe und von oben bewundern. "Einmal rund um den Kofel" gehört fast schon zu ihren Pflichtübungen.

Das Hörnle bietet dem gegenüber die etwas sanftere Variante mit weniger abenteuerlicher Thermik. Dafür liegt dem Gleiter aber auch das weite Alpenvorland in seiner ganzen Pracht zu Füßen. Wenn die Witterung es zulässt, treffen sich hier die Paraglider zum Saisonauftakt im Frühjahr.

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Tourismusziel ist der Ammergau nicht erst seit gestern - im Gegenteil. Nicht zuletzt dank König Ludwig II. von Bayern kann man hier auf über 150 Jahre "Fremdenverkehrs"-Erfahrung verweisen - so lange, wie es modernen Tourismus eben gibt, der erst Mitte des 19ten Jahrhunderts entstand.

Allerdings hat man es immer vermieden, zu einem glitzernden Touristikmekka neuzeitlicher Prägung zu werden und setzt stattdessen lieber auf die traditionellen Werte und Schätze von Kultur und Natur. Übers ganze Jahr findet der Gast ein breites Angebot vor mit Naturführungen, Vorträgen und Seminaren oder Brauchtumsveranstaltungen.

Bildunterschrift: Wildfütterungen und die Adlerbalz im Graswangtal sind seit je her die "Renner" unter den angebotenen Naturführungen.

Das meiste davon wird von Privatinitiative oder Vereinen getragen und nicht von Touristik-Personal. Das tut der Qualität keinen Abbruch, sondern sorgt im Gegenteil für Bodenständigkeit.

Hier fährt kein angestellter Kutscher festgelegte Strecken ab, sondern die Bauern selbst holen gerne ihre alten Schlitten- oder Kutschgespanne aus dem Stall zu einer Spazierfahrt, deren Strecke sich sehr frei vereinbaren lässt. Als unterhaltsam und lehrreich, dabei nicht ohne abenteuerliches Flair, bieten sich geführte Naturerkundungen an.

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Bildunterschrift: "De jung Oidbachna", eine Jugendformation der Blaskapelle Bad Kohlgrub, spielen auf zur "Bulldog Oldtimer Rallye".

Natürlich hat hier jede Gemeinde Blaskapelle und Bauerntheater. Das dient nicht nur der eigenen Unterhaltung, sondern ist auch wichtiger Faktor für deren Rangstellung in der Talschaft.

Von der "Blechmusi" gibt es dann zumeist mehrere Formationen in kleiner bis großer Besetzung, die passend zur jeweiligen Veranstaltung "aufspuin" kann. Die Vollbesetzung ist oft so groß, dass sie mit Anhang eigentlich kaum noch Publikum braucht.

In Bad Kohlgrub hält man darüber hinaus fest an der Tradition sonntäglicher Kurkonzerte, die ebenfalls meist von einer der Blaskapellen mit dann modernerem Repertoire bestritten werden.

Erst in jüngster Zeit gibt man sich etwas offener gegenüber zeitgenössischeren Bühnenkünsten und Klängen. Einmal mehr macht Oberammergau dabei den Vorreiter, wo 2013 das Heimatsound Festival in den "heiligen Hallen" der Passionsbühne stattfand. Auf der soll sich alljährlich die Crème de la Crème Neuer Bairischer Volksmusik einfinden.

Im Ort formiert sich auch eine Art "Theaterguerilla" im Kleinen Theater, die den Großaufführungen des Passionstheaters ebenso die Stirn bieten will wie den bäuerlichen Schwänken der Dorfbühnen.

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Bildunterschrift: Zwei Seiten aus einem bedeutenden Dokumententfund in Bad Kohlgrub von 2011, der den hohen medizinischen und anatomischen Kenntnisstand belegt, über den hiesige Bader schon zu Beginn des 18ten Jahrhunderts verfügten.

Nach ebenso weit verbreiteter wie von Grund auf verkehrter Vorstellung waren die (Bader, auch "Stubner" oder "Badstuber", unterhielten im Mittelalter Badestuben und -häuser, die der Körperpflege, der Gesundheitsvorsorge und der Behandlung von Kranken und Verletzten dienten. Akademischen Ärzten war die Berührung mit Blut und offenen Wunden häufig untersagt, wodurch Badern der Großteil medizinischer Versorgung oblag. Beim fachlich, wenn auch nicht akademisch dafür ausgebildeten Bader, arbeiteten spezialisierte Bedienstete wie Hebammen und Bartscherer (Barbiere), die man oft mit diesem verwechselt. Die heutigen Heil- und Pflegeberufe bis hin zu den ärztlichen (Chirurg, Zahnarzt usw.) gehen auf diese "Volksärzte" und die von ihnen betriebenen Badstuben zurück, deren Bedeutung erst mit staatlich organisierten Krankenhäusern und der Vereinheitlichung medizinischer Ausbildung im 19ten Jahrhundert nachließ. [...mehr...]) des ausgehenden Mittelalters kaum mehr als bessere Friseure mit Verbandskasten. Tatsächlich waren es gebildete Unternehmer und lange Zeit tragende Säule des Gesundheitswesens. Die akademische Medizin irrlichterte dem gegenüber noch bis weit ins 19te Jhdt. zwischen Aberglaube, Alchemie und Religion und trug nur wenig bis gar nichts dazu bei.

Keineswegs kann auch davon die Rede sein, dass "jedes Dorf seinen Bader" hatte. Dazu waren die viel zu selten und die Zunftvorschriften zu streng, die nach Ende des 30-jährigen Krieges eingeführt wurden. Deshalb wurden damals viele Badstuben geschlossen - nicht so jedoch in Bad Kohlgrub, wo sich die Ausübung des Baderhandwerks noch bis Mitte des 19ten Jahrhunderts belegen lässt.

Eine durchgängige Tradition mit direkter Verbindung zur 1871 beginnenden "Karriere" als Heilbad lässt sich aber nicht nachweisen. Im Gegenteil: erst auf Hinweis eines Professors aus Jena hin zog man das heimische Moor als Kur in Betracht, obwohl dessen heilende Wirkung im Ort hinlänglich bekannt war und auch angewandt wurde. Man konnte sich aber einfach nicht vorstellen, dass die "feinen Herrschaften" sich "in den Dreck" legen würden.

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Zum Erstaunen der einheimischen Bevölkerung legten sich die "feinen Herrschaften" aber nur zu gern "in den Dreck". Ein halbes Jahrhundert zuvor war das teure Kuren bei denen nämlich richtig in Mode gekommen, und Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte hatte speziell die Moorkur salonfähig gemacht. Kennengelernt hatte er sie auf dem Ägyptenfeldzug und mit Erfolg zur gesundheitlichen Wiederherstellung seiner abgekämpften Truppen eingesetzt, für die er ein solches Kurbad im niedersächsischen Bad Nenndorf errichtet hatte.

Bildunterschrift: Moor ist ein nachhaltiger Rohstoff. Weil der Badetorf aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet wird, bringt man ihn nach Gebrauch zurück in die "Traht", wo er sich mehrere Jahre regenerieren und neu anreichern kann.

Es gab also Kundschaft, und vom Rohstoff, der "Schwarzen Daune", hatte man in den umliegenden Torfstichen überreichlich. Allerdings gab es keinen Erfahrungsaustausch mit anderen Moorkurorten, wo der Badetorf zumeist nur in dünner, wässriger Lösung verabreicht wurde und wird.

Also bereitete man die Bäder so zu, wie man es seit je her praktizierte: als fein gemahlenen, nur leicht durchwässerten und langsam erhitzten Brei. Das Markenzeichen der hier angebotenen Moorkuren war geboren: dickbreiiges Naturmoor.

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Bildunterschrift: Symbolträchtiger Blick in zu Bronze erstarrte Vergangenheit: lebensgroße, aber nicht mehr wirklich lebensnahe Skulpturen spielender Kinder bevölkern heute den Kurpark in Bad Kohlgrub. Man brüstet sich stolz, nichts für sie bezahlt haben zu müssen. Das interessiert nur niemanden.

Heute ist der fast 50 Jahre währende "Goldrausch" eines Kurbetriebs mit bis zu einer halben Million Kurgästen im Jahr unwiederbringlich vorüber, was man nicht allein der Gesundheitsreform von 1996 anlasten kann, die mit den bis dahin großzügigen Kostenübernahmen durch die Krankenkassen radikal aufräumte. Auch das Beamtenprivileg eines Anrechts auf Kur alle zwei Jahre - mit oder ohne medizinische Indikation - ist Vergangenheit.

Der einstige Nimbus von Kuren mit romantischen Insignien wie dem (Als "Kurschatten" bezeichnete man eine Person anderen Geschlechts, zu der Kurgäste eine vorübergehende persönliche Beziehung eingingen, die selten länger hielt als der Kuraufenthalt selbst. Die konnte, musste jedoch nicht erotischer Natur sein. [...mehr...]) ist dahin und lässt sich nicht recht vereinbaren mit so ganz und gar unromantischen Begriffen wie Rehabilitation oder Gesundheitsvorsorgemaßnahme. Kurz: Kuren im klassischen Sinne ist einfach nicht mehr "in".

Das Zauberwort heute heißt Wellness. In der Sache meint das nichts wesentlich anderes, grundlegend geändert hat sich aber das Verständnis dessen, was Wohlbefinden und Gesundheit für den Einzelnen bedeutet.

Auch ist der Begriff selbst nicht mehr so stark an starre Rituale und Klischees geknüpft, bezieht aber im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes rituelle Therapieformen bewusst ein. Viele Hotels und Therapieanbieter haben das begriffen. Der Kurort als ganzes noch nicht.

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Geblieben von der einstigen Kurherrlichkeit ist eine beeindruckende, ganz auf Wohlbefinden und Erholung ausgerichtete Infrastruktur vieler Hotels und Beherbergungsbetriebe. Selbst manche der kleineren Häuser bieten bestens ausgestattete Wellnessbereiche mit Sauna und Hallenbad an, die nicht ausschließlich Hausgästen vorbehalten sind.

Auch Therapien und Kuranwendungen lassen sich oft ambulant vereinbaren. Der Kur- oder auch nur ein wenig Erholung suchende Gast kommt nun mal nicht mehr mit großem Gepäck per Bahn und bleibt vier Wochen im Haus. Es gelingt nicht jedem der Taditionsbetriebe, sich darauf einzustellen.

Bildunterschrift: Trumpfkarte der Ammergauer Kuren bleibt natürlich das dickbreiige und naturbelassene Bergkiefer-Hochmoor mit seiner heilsamen, wohltuenden und kosmetischen Wirkung auf den ganzen Organismus. Mag alles andere auch sonstwo zu haben sein: das gibt es wirklich nur hier.

An Personal jedenfalls herrscht kein Mangel. Gut ein Fünftel der einheimischen Bevölkerung ist in Heil-, Pflege- oder auch kosmetischen Berufen tätig. Kaum irgendwo findet sich eine solche Dichte sachkundiger Heilpraktiker, Physiotherapeuten, (Podologie oder auch "Medizinische Fußpflege" meint die nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß und zählt zu den medizinischen Fachberufen. [...mehr...]), Massage- und Hautpflegekräfte, wobei sich diese Liste schier uferlos fortführen ließe.

Es muß also nicht immer gleich die große Kur sein, sondern genügt, es sich in kundigen Händen richtig gutgehen und vom Alltagsstreß entschleunigen lassen zu wollen. Hier findet man alles, was es dafür braucht.

Bildunterschrift: Hoch aufragend und doch den meisten Blicken verborgen liegt das Rheumazentrum Oberammergau am Südrand des Ortes. Die nahe gelegene Ebene des Graswangtals bietet reichlich Raum für ausgedehnte und barrierefreie Spaziergänge.

Ganz der klinischen Behandlung schwerer, rheumatischer Erkrankungen verschrieben hat sich das Rheumazentrum Oberqammergau mit gleich vier fachspezifischen Kliniken:

  • die internalistische Rheumatologie ist erste Anlaufstelle zu Diagnose und Behandlung sowie "Drehscheibe" des Klinik-Komplexes
  • Schwerpunkt von Rheumaorthopädie und Handchirurgie sind die entzündlichen und degenerativen Rheuma-Leiden
  • Anästhesie und Schmerztherapie widmen sich den schmerzhaften Begleiterscheinungen vor, während und nach einer OP
  • den "Weg nach draußen" bereitet die Rehabilitationsklinik vor

Von hier ist es kaum mehr als ein Katzensprung zu den Quelltöpfen der Ammer im Graswangtal, einem Gebiet fast wie geschaffen für Menschen mit rheumatischen und anderen Beschwerden des Bewegungsapparats.

Wie überall in der Region sorgt auch hier ein dichtes Wegenetz für eine große Auswahl ausgedehnter Exkursionen ins artenreiche Naturschutzgebiet der Ammergauer Alpen - in diesem Bereich zudem fast ohne jede Steigung und Gefälle.


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Auf König Ludwigs Spuren von Linderhof zum Pürschling
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Auf den Pürschling via Teufelsstättkopf
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Bad Kohlgrub - Grafenaschau via Großenast
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Die "Märchenhäuser" in Oberammergau
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Novemberwanderung durchs Geizenmoos
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Vom Pürschling über Sonnspitzgrat nach Oberammergau
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Wiesmahdweg von Bad Kohlgrub nach Oberammergau
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Winterliche Impressionen
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Winterwanderung von Linderhof nach Graswang

Steckbrief: Oberammergau

Oberammergau ist mit seinen etwa 3500 Einwohnern das größte Dorf und ohne Zweifel kulturelles Zentrum der Region: Oberammergauer sind Künstler - die meisten jedenfalls.

Weltruf genießt die Gemeinde nicht nur wegen der Passionsspiele alle zehn Jahre, sondern auch wegen der ungebrochenen Tradition von Schnitzkunst und Holzbildhauerei sowie der prächtigen (Alpenländische Form der Freskenmalerei; oft werden Fenster und Türen mit gemaltem Stuck verziert).

Der Ortskern zwischen Kirche, Passionstheater und dem Platz mit den beiden ältesten Hotels - "Alte Post" und "Wittelsbach" - kommt einer Freiluftgalerie gleich: ein Spaziergang durch die Gassen ist ein Blick in die Seele Oberammergaus und Streifzug durch Jahrhunderte Oberammergauer Geschichte, die hier dokumentiert und kunstvoll illustriert ist.

Zwischen den Passionsspielzeiten jeweils zum vollen Jahrzehnt ist das Passionsspielhaus seit geraumer Zeit auch Schauplatz einzelner Kulturveranstaltungen von internationalem Format. Seit 2011 führt hier zudem das "Größte Laienspieltheater der Welt" - ausschließlich alteingesessene Oberammergauer - unter Leitung des hier ebenfalls "eingeborenen" Münchener Volkstheater-Intendanten Christian Stückl mehrfach im Jahr eine Großproduktion mit religiöser Thematik auf.

Steckbrief: Unterammergau

Unterammergau ist wie das "obere" und weltberühmte Nachbardorf stark geprägt von der typischen Ammergauer (Alpenländische Form der Freskenmalerei; oft werden Fenster und Türen mit gemaltem Stuck verziert), wenn auch bei weitem nicht so stark.

Zur Unterammergauer Flur gehört auch das gesamte Tourengebiet des Pürschling - deswegen der Beiname "das Pürschlingdorf".

Seinen dörflichen Charakter hat sich das Ortszentrum westlich der Ammer weitgehend bewahrt, obwohl sich das Dorf zu einem regionalen Zentrum der Holzindustrie gemausert hat.

Mit den Steckenbergliften verfügt der Ort auch über einen eigenen kleinen und besonders kinderfreundlichen Skizirkus, der energetisch autark von einer zum wasserkraftbetriebenen Kleinkraftwerk umgebauten alten Schleifmühle betrieben wird. Die Sommerrodelbahn dort ist in der schneelosen Zeit beliebtes Ausflugsziel nicht nur bei Kindern.

Im Winter ist der Steckenberg auch Austragungsort von Wettbewerben wie z.B. (Beim Ski-Jöring läßt sich ein Skifahrer von einem Pferd, einem Auto oder einem Mottorrad mit hoher Geschwindigkeit ziehen. [...mehr...]) mit Motorrad und einer Vielzahl anderer, sportlicher, vorwiegend exotischer Spaßdisziplinen. Mit Flutlicht aus eigener Stromerzeugung ausgeleuchtet ist das Skifahren auch nach Einbruch der Dunkelheit möglich. Zum Après Ski trifft man sich in der Steckenbergalm gleich bei der Talstation.

  • das Wetzsteinmuseum mit altem Handwerkszeug der Wetzsteinmacher und geschichtlichem Streifzug
  • die Schleifmühlklamm als Naturdenkmal und Lehrpfad zur Wetzsteinmacherei

Steckbrief: Bad Bayersoien

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vCardTM für Kur- & Ferienhotel Gertraud

In herrlicher Südlage direkt am Ortsrand von Bad Kohlgrub und damit inmitten der beeindruckenden Voralpenlandschaft Oberbayerns, liegt unser im bairisch-rustikalen Stil erbautes Hotel Garni.

Ob Sie nach Ruhe und Entspannung in unserer Champagnerluft mit breit gefächertem Wellness- und Kurangebot oder eher den sportlich aktiven Urlaub im Sommer wie im Winter suchen: bei uns sollte keiner Ihrer Wünsche offen bleiben.

Falls Sie zu den Gästen gehören, die hier kuren oder sich mal nach allen Regeln der Kunst verwöhnen lassen wollen, steht Ihnen dafür bei uns ein Fahrservice zu den Bade- und Wellnessbereichen in einem unserer Partnerbetriebezur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Ihre Gastgeber Ursula und Carl Mair

Neben sieben komfortabel ausgetatteten Einzel- und Doppelzimmern sowie zwei großzügigen Ferienwohnungen erwartet Sie unser einladender Frühstücks-, Lese- und Gruppenraum. Morgens können Sie hier Ihren Tag mit einem gesunden und reichhaltigen Frühstück starten.

Unser Frühstücksbuffet bietet eine Reihe bairischer, vorzugsweise aus der Region stammender Spezialitäten. Unsere lokalen Landwirte und Hersteller legen großen Wert auf ökologisch einwandfreie Qualität.

Mit Lesestoff für Regentage versorgen Sie unsere kleine Hausbibliothek und tagesaktuelle Zeitungen. Im ganzen Hotelbereich steht Ihnen zudem unser WLAN kostenlos zur Verfügung.

Alle Zimmer verfügen selbstverständlich über Dusche/WC mit Fön und Bademantel, Sonnenbalkon mit Panoramablick, Durchwahltelefon, Farb-TV mit SAT-Empfang, Radio und Minibar.

Unsere Schnupperangebote sollen Sie zur Erholung in unsere schöne Gegend am Fuß der bayerischen Alpen locken.

Ausführliche Preislisten finden Sie auf unserer Homepage.

Schnuppertage in den Bergen:

2 Übernachtungen, wahlweise in Einzel- oder Doppelzimmern, morgens unser reichhaltiges Frühstücksbuffet und täglich mittags oder abends ein 3-Gänge-Menü in unserer Partnergaststätte Gasthof Heimgarten - Kurtaxe, Wanderkarte und Fahrrad inklusive

Preis pro Person 85,- €

Unsere Schnupperpauschale:

  • 7 Übernachtungen, wahlweise in Einzel-/Doppelzimmern oder in einer unserer komfortablen Ferienwohnungen inklusive Kurtaxe
  • 1 Schnuppermoorbad in der Holzwanne mit Massage
  • inkl. unserem reichhaltigen Frühstücksbuffet, täglichem 3-Gänge-Menü in unserer Partnergaststätte Gasthof Heimgarten
Preis pro Person325,- €

vCardTM für Gasthof Heimgarten

Gastgeber aus Leidenschaft –

mit viel Liebe zum Detail

Begeisterte Gäste sind unser Antrieb!

Ihr Wiederkommen ist der schönste Dank.

Wir setzen alles daran, Sie auf's Neue zu überraschen.

Wir sind stolz auf unseren hohen Qualitätsanspruch und tief in Bayern verwurzelt. Für Sie finden wir heimische Produkte in Premium-Qualität, die wir mit Herz und Verstand zubereiten und servieren.

Unsere ganze Leidenschaft gilt auch der Organisation von kleinen wie großen Events. Gerne planen und organisieren wir Ihre individuelle Veranstaltung. Sei der Anlass klein oder groß: unser Team berät Sie kompetent und sorgt für ein unvergessliches Erlebnis.

Kreative Küche, ausgefallene Dessertkreationen, Liebe und Sorgfalt zum Detail, begeisterte Menschen sind unsere tägliche Herausforderung. Natürlich, bayrisch und immer mit einem Lächeln - denn das alles tun wir mit viel Spaß und wahrer Freude!

Catering & Partyservice:

Einfach anrufen, bestellen, abholen! Probieren Sie beispielsweise unseren Salat mit Pute, Garnelen oder Rinderlendenstreifen, ein Holzfällersteak oder unseren ofenfrischen Krustenschweinebraten …

Ob sommerlicher Grillabend, Geburtstagsparty, Firmenfest oder die ultimative Sommer-Gartenparty – der Heimgarten Partyservice liefert Ihnen alles, was Sie für eine gelungene Feier brauchen.

Genießen Sie Ihren Aufenthalt in unseren geschmackvoll eingerichteten Gasträumen und lassen Sie sich von unserem freundlichen Service auf's Beste verwöhnen:

  • Die König Ludwigstube mit Bar und Stammtisch ist unser am häufigsten genutzter Gastraum.
  • Unsere Kaminstube mit Ledersesseln ist das rechte für schöne Stunden in gemütlicher Atmosphäre - auch geeignet für größere Gesellschaften.
  • Im Südtirolerstüberl mit 35 Sitzplätzen, dem idealen Rahmen für ungestörte und gesellige Runden oder Feiern, dürfen sich auch mal die Balken biegen.
  • Im Biergarten mit eigenem Kinderspielplatz können Sie sich eine erfrischende Maß Bier und bairische Schmankerl schmecken und die Kleinen toben lassen.
  • Drinnen oder draußen? Unsere gemütliche Lounge macht Ihnen die Entscheidung leichter.

vCardTM für Die Schokoladenmanufaktur

Unsere Kuchen und Pralinen machen glücklich!

Probieren Sie es einfach aus: Kommen Sie in unser traditionelles Kaffeehaus mit Konditorei und Schokolaterie mitten im schönen Murnau, auch schon zum Frühstücken. Hier gibt's auch regelmäßig KULTUR IM KAFFEEHAUS. Und seit Dezember 2011 betreiben wir im Herzen von Oberammergau DIE SCHOKOLADENMANUFAKTUR.

Gerne versenden wir an oder für Sie süße Pakete. Bestellungen können Sie in unseren beiden Läden und in unserem SHOP aufgeben!

Unsere Philosophie heißt erstklassige Qualität. Die Entscheidung für beste Rohstoffe, edle Zutaten und natürliche Gewürze. Sich treu zu bleiben und Werte der nächsten Generation weiterzugeben, das ist die Kunst.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre Barbara Krönner mit Michael, Martina und Maximilian

Da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Unser Sortiment umfasst:

  • Trüffel und Pralinen
  • Schokoladen in verschiedenen Geschmacksrichtungen
  • Torten wie z.B. Agnes-Bernauer, Prinzregenten, Sacher, Spanische Vanille, Engadiner Walnuss...
  • Kuchen wie z.B. Rhabarber-Rahm, Himbeer...
  • Gebäck wie z.B. Teegebäck, Butter-Spritzgebäck, Vanille-Schokobrezeln...

Dazu kommen unsere saisonalen Spezialitäten wie

  • zu Ostern: Ostereier, Osterfladen...
  • zu Weihnachten: Lebkuchen, Christstollen, Weihnachtsgebäck...

Und wenn Sie für einen besonderen Anlaß etwas Ausgefallenes suchen, machen wir für Sie eine Sonderanfertigung, sei es eine individuelle Hochzeitsüberraschung, Neujahrsglücksbringer oder eine Torte für die Eisstock-Kameraden!

In unserem Kaffeehaus ticken die Uhren noch anders!

Das Café Krönner in Murnau lädt zum Verweilen ein. Hier darf man noch Zeit haben, eine Tageszeitung zu studieren oder eine Partie Schach zu spielen, auch schon zum Frühstück.

Eigentlich ist ein Kaffeehaus eine soziale Einrichtung. Man sitzt an verschiedenen Tischen und doch nah beieinander auf einer Bank. Man grüßt sich und kommt ins Gespräch. Der Stammgast findet hier oftmals Heimat und Familie.

Öffnungszeiten Kaffeehaus Krönner Murnau:

Montag bis Samstag:8.15 bis 19.00 Uhr
Sonn- und Feiertag:9.00 bis 19.00 Uhr

Schauen Sie doch mal vorbei!

Unsere Schokoladen jetzt auch in Oberammergau

Seit 2011 führen wir im Herzen von Oberammergau DIE SCHOKOLADENMANUFAKTUR. Zum Einstand haben wir für Sie ein kleines, unverwechselbares Präsent und Souvenir kreiiert: Oberammergaupralinen. Der Motiv auf der Geschenkpackung stammt von dem Oberammergauer Kunstmaler Hubert Lang.

Schwerpunkt unseres neuen Ladens mit kleinem Café-Betrieb sind handgefertigte Schokoladen, Trüffel, Pralinen und Pasteten. Zudem bieten wir eine Auswahl unserer bekannten Torten und Kuchen.

Öffnungszeiten Schokoladenmanufaktur Oberammergau:

Montag bis Samstag:9.00 bis 18.00 Uhr
Sonn- und Feiertag:10.00 bis 18.00 Uhr

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

vCardTM für Café Ammerland

Mitten im Herzen von Oberammergau finden Sie ein ideales Plätzchen im Café Ammerland und beim Suppenmacher als Ausgangspunkt für alle Attraktionen des Passionsspielortes, als leicht zu findenden Treffpunkt oder einfach nur für ein Päuschen, um sich zu stärken, ein leckeres Eis zu essen und vieles mehr.

Unter eingefleischten Fans genießt unsere reich sortierte Eisbar längst einen hervorragenden Ruf. Alle Sorten stammen täglich frisch aus eigener Herstellung unter Verwendung nur frischester Zutaten. Serviert werden sie als exquisite Kreationen.

Auch an Kaffeesorten habe wir nur ausgesuchte Ware im Angebot, die wir zum Teil selbst aus Italien importieren. Zum Kaffee können wir die Kuchen und Torten aus eigener Herstellung nur wärmstens empfehlen. Das ist aber längst noch nicht alles...

Die köstlichen Suppenkreationen des Oberammergauer Suppenmachers direkt nebenan im selben Haus kann man nicht nur im Café als warme Mahlzeit verkosten. Im kleinen Laden kann man nicht nur alle seine auserlesenen Zutaten erwerben.

Der darin eingerichtete Stehimbiß lädt ein zur leckeren Stärkung zwischendurch. Diese Suppen sind die reinste Gaumenfreude.

vCardTM für Zum Suppenmacher

vCardTM für zum Bayrischen Paradies

vCardTM für Gasthaus Dorfwirt

Übersicht aller Werbepartner von www.ammergau.de

Wir danken unseren Werbepartnern für ihre tatkräftige Unterstützung unseres multimedialen Online-Reiseführers. Hier sehen Sie eine vollständige Liste nach Branchen sortiert. Bei Klick oder Tipp auf eines der Banner sehen Sie die vollständige WebCard des jeweiligen Werbepartners.

Gastronomie:

Gasthof Heimgarten

Prentstrasse 5

82433 Bad Kohlgrub

Tel.: +49(0)8845 / 757 722

Café Ammerland

Ludwig-Thoma-Str. 2

82487 Oberammergau

Tel.: 08822 201340

Gasthaus Dorfwirt

Pürschlingstrasse 2

82497 Unterammergau

Tel.: +49(0)8822 949 69 49

Fax: +49(0)160 158 6853

Gastronomie, Einzelhandel:

Die Schokoladenmanufaktur

Dorfstraße 17a

82487 Oberammergau

Tel.: +49 (0) 8822 - 9493653

Zum Suppenmacher

Ludwig-Thoma-Str. 2

82487 Oberammergau

Tel.: 08822 201340

Hotels & Pensionen:

Kur- & Ferienhotel Gertraud

Kehrerstraße 22

82433 Bad Kohlgrub

Tel.: +49 (0)8845 / 85-0

Fax: +49 (0)8845 / 85-44

Hotels & Pensionen, Gastronomie:

zum Bayrischen Paradies

im Kirchfeld 5

82442 Saulgrub

Tel.: 08845 - 74 75-0